Berliner-Woche-Reporterin Karla Menge recherchiert vor Ort und spricht mit Betroffenen: hier unterwegs mit den Anwohnern Edith und Georg Hahn und Daniel Mueller in Zehlendorf. Foto: Christian Hahn
Berliner-Woche-Reporterin Karla Menge recherchiert vor Ort und spricht mit Betroffenen: hier unterwegs mit den Anwohnern Edith und Georg Hahn und Daniel Mueller in Zehlendorf. Foto: Christian Hahn

Ganz nah am Leser

In der Berliner Woche und im Spandauer Volksblatt erfahren die Berliner alles Wissenswerte aus den Bezirken, Ortsteilen und Kiezen.

Berlin. Tagtäglich sind die 20 Reporter der Berliner Woche und des Spandauer Volksblatt in der Stadt unterwegs. In rund 1000 Artikeln berichten sie Woche für Woche über die wichtigsten Ereignisse im Bezirk.

Konzentrierte Ruhe im Großraumbüro an der Wilhelmstraße in Kreuzberg. Dienstagvormittag: Die neun Redakteurinnen und Redakteure, die jeweils zwei, vier oder sechs Ausgaben betreuen, produzieren die aktuellen Zeitungen der Berliner Woche und des Spandauer Volksblatts, unterstützt von drei Layouterinnen.

Das Telefon klingelt auf dem Schreibtisch von Chefredakteur Helmut Herold. Ein kurzes Gespräch. Er geht zum großen freistehenden Konferenztisch in der Mitte des Raums, wo Chef vom Dienst Jürgen Möller die einzelnen Artikel auf die Seiten verteilt. „Die Seite 10 kommt neu, die Anzeigenhöhe hat sich geändert“, informiert Helmut Herold seinen Kollegen, der besagte Seite beiseite schiebt und später weiter bearbeiten wird, wenn die neue Vorlage aus der Anzeigenabteilung angeliefert wurde. Das Team liegt gut im Zeitplan, bis zum Mittag muss die letzte der insgesamt 24 Ausgaben fertig produziert und belichtet sein.

Probleme ernst nehmen


Szenenwechsel: Zur gleichen Zeit Ortstermin an der Baumschulenstraße. Leserin Renate Piazschinsky hatte in der Redaktion angerufen und auf ein Ärgernis in ihrer Nachbarschaft hingewiesen. „Ich habe bei der Dame dann zurückgerufen und den Termin verabredet“, sagt Reporter Ralf Drescher, der aus Treptow-Köpenick berichtet. Die Leserin schildert ihren Unmut: Von der Baumschulenstraße führt ein Fuß- und Radweg durch einen Durchgang zwischen Volkshochschule und evangelischer Kirche „Zum Vaterhaus“ bis zur Mörikestraße. „Die beliebte Verbindung zu den Geschäften an der Baumschulenstraße ist nicht beleuchtet, niemand kümmert sich um Laub- und Schneebeseitigung“, sagt die Anwohnerin. Insbesondere ältere Nachbarn hätten in der Dunkelheit Angst, den Weg zu benutzen.

Ralf Drescher schreibt mit, fotografiert die Leserin neben einem der windschiefen Lichtmasten mit losen Kabeln. Bei seinen späteren Recherchen wird er einen Streit im Rathaus über die Zuständigkeiten lostreten: Grünflächenamt oder Abteilung Volksbildung. Schließlich werden sich Bezirkspolitiker des Problems der Leserin annehmen und in der Bezirksverordnetenversammlung zur Sprache bringen. Reporter Ralf Drescher wird weiter an der Sache dranbleiben, bis das Problem gelöst ist.

Als Ralf Drescher auf dem Heimweg von dem Termin mit der Leserin ist, trifft er einen Bekannten: „Haste schon gehört…, was ist denn da los…?“, wird über Neuigkeiten aus dem Bezirk gesprochen. Reporteralltag. Zurück am Schreibtisch warten E-Mails mit Leserbriefen und -anfragen, Pressemitteilungen und Einladungen zu Ausstellungen, Pressekonferenzen und anderen Veranstaltungen, die es abzuarbeiten gilt.

Dies erledigt zur gleichen Zeit Michael Uhde im Redaktionsbüro an der Breiten Straße in Spandau. Der Reporter des Spandauer Volksblatts sichtet die Post, trennt Wichtiges von Unwichtigem. Vervollständigt seinen Kalender.

Das Spandauer Volksblatt ist die einzige Ausgabe der Berliner Woche mit eigenem Büro. „Wir müssen einfach vor Ort sein, das geht nicht anders“, sagt Reporter Michael Uhde, der sich die Räume in der Altstadt mit seinem Kollegen Christian Schindler (berichtet aus Spandau und Reinickendorf) und den Mitarbeitern des Verlagsservice Lezinsky teilt. Schließlich führe man die 61-jährige Tradition der alteingesessenen ehemaligen Tages- und späteren Wochenzeitung weiter, sagt Uhde. Die Beziehung der Spandauer zu „ihrem Volksblatt“ ist eng und innig. Reporter Michael Uhde drastisch, aber treffend: „Was nicht im Volksblatt stand, hat nicht stattgefunden.“

Immer vor Ort

Am frühen Nachmittag hat er einen Termin bei Bürgermeister Konrad Birkholz (CDU). Der Spandauer des Monats wird gekürt, eine gemeinsame Aktion von Bezirksamt und Spandauer Volksblatt. Der Geehrte bekommt eine Urkunde überreicht. Interview, Foto mit Bürgermeister, Porträt – Reporteralltag. Danach wird Uhde im Rathaus den Stadtentwicklungsausschuss besuchen, in dem über wichtige Bebauungsverfahren berichtet und diskutiert wird.

Am Vormittag desselben Tages hatte Karla Menge an ihrem Schreibtisch Termine verabredet und telefonisch recherchiert. Mittags ist sie unterwegs zur St. Annen-Gemeinde am Gardeschützenweg in Lichterfelde. Kirchenvorstand Gabriela Deuble hatte die Reporterin für Steglitz und Zehlendorf informiert, dass der Leiter des Kirchenchores nicht weiter beschäftigt werden soll. Erst vor Monaten hatte Karla Menge über die erfolgreiche Aufbauarbeit des Kirchenmusikers berichtet. So kam es zu dem kurzen Draht. Man kennt sich im Bezirk. Erst kürzlich ist die Reporterin in „ihren“ Kiez nach Steglitz gezogen. Karla Menge: „Es ist einfach günstiger, wenn man vor Ort ist.“ So manche Geschichte habe sich ergeben, als sie beim Einkaufen oder abends im Lokal zufällig Bekannte oder Bezirkspolitiker getroffen hat.

In der Zentrale an der Wilhelmstraße ist derweilen die letzte Seite der 24 Bezirksausgaben an die Druckerei geschickt worden. „Es lief alles glatt, wie meistens“, resümiert Chef Helmut Herold. Doch Zeit zum Ausruhen gibt es nicht. „Wir haben keinen Leerlauf“, sagt Redakteurin Silvia Möller. Nun beginnen die Vorbereitungen für die nächste Ausgabe. Texte werden redigiert, Überschriften gemacht. Bei Telefonaten mit den Reportern wird abgesprochen, welche Texte bis wann zu liefern sind und welche Fotomotive die Artikel illustrieren sollen. Bis Freitag müssen die Ausgaben für die Ostbezirke stehen. Am Montag und bis Dienstagmittag folgen dann die Westausgaben.

Karla Menge besucht am Mittwoch das Heimatmuseum an der Lichterfelder Drakestraße, wo gerade eine neue Ausstellung aufgebaut wird, schießt ein Foto, interviewt die Ausstellungsmacher. Am Nachmittag wird sie wieder versuchen, den Baustadtrat zu erreichen, dem sie seit zwei Tagen hinterhertelefoniert. Während Ralf Drescher in der Wochenmitte seine Artikel für Treptow und Köpenick schreibt und Fotos in die Kreuzberger Zentrale sendet, bereitet sich Michael Uhde in Spandau derweil auf die Bezirksverordnetenversammlung vor, liest die Tagesordnung, studiert Anfragen und Anträge. Was ist interessant für seine Leser, lautet die bestimmende Frage. Während sich Politiker im Saal streiten, nutzt der Reporter die Zeit, um in der Lobby Hintergrundgespräche zu führen – immer auf der Suche nach neuen Geschichten.

Woche für Woche

Donnerstag und Freitag ist für ihn der Tag der Telefonrecherche und des Schreibens. Michael Uhde: „Etwa 50 große und kleinere Storys, Meldungen und Kurzmeldungen sind wöchentlich für das Volksblatt nötig.“ Für alle Ausgaben kommen rund 1000 Artikel zusammen, die von den 20 Reportern Woche für Woche vor Ort recherchiert, geschrieben, bebildert und bearbeitet werden müssen. Eine journalistische und logistische Meisterleistung, damit das Neuste in den Ausgaben der Berliner Woche und des Spandauer Volksblatts zu lesen ist. „Wir sind eine lokale Zeitung, die mit beiden Beinen in den Kiezen verankert ist“, erläutert der Geschäftsführer des Berliner Wochenblatt Verlages, Görge Timmer, die Philosophie der Zeitung. „Qualität, Seriosität, Kompetenz und Lesernähe.“ Und das Woche für Woche.

Matthias Berner


Berliner Woche in Zahlen
24 Ausgaben hat die Berliner Woche inklusive Spandauer Volksblatt: Reinickendorf, Wedding, Tiergarten, Mitte, Friedrichshain, Kreuzberg, Lichtenberg, Hellersdorf, Marzahn, Hohenschönhausen, Pankow, Prenzlauer Berg, Weißensee, Treptow, Köpenick, Neukölln-Nord, Neukölln-Süd, Tempelhof, Schöneberg, Steglitz, Zehlendorf, Wilmersdorf, Charlottenburg und Spandau. 1,46 Millionen Exemplare werden wöchentlich an Haushalte verteilt. Damit ist die Berliner Woche die auflagenstärkste Berliner Wochenzeitung. 1230000 Leser pro Woche werden laut Leseranalyse 2008 (MMA, Media Markt Analysen) durchschnittlich erreicht. Damit ist die Berliner Woche die reichweitenstärkste Wochenzeitung Berlins. Weitere Infos zur Berliner Woche und zum Spandauer Volksblatt gibt es im Internet unter www.berliner-woche.de.


Weitere Online-Angebote der Axel Springer AG:
AUDIO VIDEO FOTO BILD | BERLINER MORGENPOST | BILD | BILD am SONNTAG | BILD der FRAU | B.Z. | COMPUTER BILD | COMPUTER BILD SPIELE | DIE WELT | WELT am SONNTAG | €URO | EURO am SONNTAG | FAMILIE & CO | HAMBURGER ABENDBLATT | HAMBURGER WOCHENBLATT | HÖRZU | JOLIE | MÄDCHEN | METAL HAMMER | MUSIKEXPRESS | POPCORN | ROLLING STONE | SPORT BILD | STARFLASH | TV DIGITAL | YAM! | www.autobild.de | www.immonet.de | www.stepstone.de | www.arbeiten.de | www.idealo.de | www.dvd-idealo.de | www.spiele-idealo.de | buch-idealo.de | www.axel-springer-akademie.de 
www.axelspringer.de

© 2004-2010 Berliner Wochenblatt Verlag GmbH - Alle Rechte vorbehalten. Impressum Datenschutz
Berliner, wochenblatt, woche, redaktion, anzeigen, kleinanzeigen, download, beilagen, zeitung, anzeigenblatt, wochenzeitung, kostenlos, gratis, Marktführer, Nr. 1, lokalzeitung, lokal, Berlin, Hallo, Spandau, Spandauer, Volksblatt, Reichweite, Leserreisen, Leser, Reportage, Motorradtouren, Stellenmarkt, Ausgaben, Werben, Themenplan, Leseranalyse, Referenzen, Werbeprospekte, Direktverteilung, Centerzeitungen, Prospektanzeigen, Autorenwettbewerb, Durchblick, Berliner Helfen, Leseraktionen, Ostpool, Zustellqualität, Halfcover, Flying Page, Jobs, Vertriebsqualität, Einkaufscenter

 

LESERAKTIONEN



Frage der Woche

 

 

Sollte es besondere Verkehrsregeln für Radfahrer geben?


ja
nein

Vor Abstimmung bitte Zeichenfolge eingeben.
Captcha-Code



Ergebnis der Vorwoche

Halten Sie die Maßnahmen gegen Ambrosia für ausreichend?
 
ja: 17%
 
nein: 83%
 

100 Stimmen gesamt