Fast alle 386 Plätze in Adlershof sind schon belegt

...und der Schreibtisch im Zimmer dahinter. (Foto: Ralf Drescher)

Adlershof. So viel Komfort geht jetzt: An der Humboldt-Universität Chemie, Physik oder Geografie studieren und gleich um die Ecke ins Studentenheim ziehen. Seit Anfang Oktober ist das Studentendorf Adlershof bewohnt, jetzt folgte die offizielle Eröffnung.

Und für die hatte sich Michael Müller (SPD), Senator für Stadtentwicklung und Umwelt, angesagt. Seitdem bekannt ist, dass Müller in wenigen Wochen Regierender Bürgermeister wird, ist sein Terminkalender noch enger gefüllt als bisher.

"Junge Leute, die in unsere Stadt kommen, um wissenschaftliche Berufe zu ergreifen, machen Berlin mit aus. Wir müssen ihnen entsprechende Wohnungsangebote machen. Das ist auch künftig einer der Schwerpunkte des Senats", versprach Müller.

Für Jan-Hendrik Olbertz, den Präsidenten der Humboldt-Uni, ist vor allem der Standort wichtig. "Studenten können sich in Adlershof künftig zu Hause fühlen", meinte er in seiner Rede zur Übergabe des neuen Studentendorfs.

Die Bauzeit für das 24-Millionen-Euro-Projekt, das von einer Tochter des Studentendorfs Schlachtensee realisiert wurde, betrug rund ein Jahr. Dafür wurden auf dem gut einen Hektar großen Areal zwischen Humboldtweg und Karl-Ziegler-Straße zehn Häuser mit 386 Wohneinheiten errichtet. Zu jeder der Miniwohnungen mit 15 Quadratmetern Fläche gehören Bad und Toilette. Kochmöglichkeiten und Platz für Freizeitaktivitäten finden sich in den den Wohneinheiten zugeordneten Gemeinschaftsräumen. Außerdem gibt es Waschsalon, Fitnessstudio und sogar eine Kindertagesstätte mit 30 Plätzen. Die Studentenzimmer selbst sind allerdings nicht für die dauernde Unterbringung von Kleinkindern geeignet.

Die Wohnanlage macht durch ihre Bauweise schon beim Vorbeifahren auf sich aufmerksam. Zu jedem Zimmer gehört ein Vorsprung an der Fassade, inzwischen bereits als "Denkererker" bezeichnet. Im Innern befindet sich nämlich genau hier der Schreibtisch, an dem Studenten büffeln oder ihre Semester- oder Abschlussarbeiten schreiben sollen.

Ganz billig ist die neue Heimat für Studenten allerdings nicht, ab 390 Euro sind monatlich zu zahlen. Heizung und Betriebskosten sind da bereits enthalten. Die Humboldt-Universität hat dafür gesorgt, dass die studierenden Bewohner sich in ihrer Bleibe per Funkrouter in das Uninetz einloggen können.

Wohnheimplätze für Studenten sind übrigens weiterhin gefragt. Ende des Monats startet ein Bauprojekt am Kranbahnpark in Oberschöneweide. Das Studentendorf aus Hochseecontainern an der Eichbuschallee in Plänterwald wird derzeit aber nicht weitergebaut.

Ein Wunsch ging für die Investoren bisher jedoch nicht in Erfüllung. Die Umbenennung der nahen Endhaltestelle Karl-Ziegler-Straße in "Studentendorf Adlershof" hat die BVG erst einmal abgelehnt.

Wissenswertes unter www.studentendorf-berlin.com.

Ralf Drescher / RD
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