Frühere Wohnung von Anna Seghers in Adlershof ist seit 1985 eine Gedenkstätte

Der Schreibtisch der Schriftstellerin mit ihrer geliebten Remington-Schreibmaschine. (Foto: Ralf Drescher)
Berlin: Anna-Seghers-Gedenkstätte |

Adlershof. Die Adresse Volkswohlstraße 81 war rund 30 Jahrzehnte die Heimat der Schriftstellerin Anna Seghers (1900-1983). Heute ist die Wohnung eine Gedenkstätte.

Die Schriftstellerin, die mit Büchern wie „Das siebte Kreuz“, „Die Toten bleiben jung“ und „Die Kraft der Schwachen“ berühmt wurde, hatte hier nach langer Odyssee ein Zuhause gefunden. Vor den Nationalsozialisten war sie 1933 in die Schweiz, dann nach Frankreich und in einer dramatischen Aktion nach Mexiko geflohen. Erst 1947 kehrte sie nach Berlin zurück. Ab 1955 wohnte sie in der Adlershofer Volkswohlstraße.

Kommt man in ihr Arbeitszimmer, dann sieht es aus, als wäre die Schriftstellerin gerade für einen Spaziergang außer Haus gegangen. Auf dem Schreibtisch steht ihre Remington-Schreibmaschine, daneben liegt ein Block mit der Brille der Autorin. Im Wohnzimmer gleich nebenan steht das rund 60 Jahre alte Röhrenradio. Der Kachelofen mit der Ofenbank soll einer der Lieblingsplätze von Anna Seghers gewesen sein.

„Die Einrichtung der Wohnung ist im Original erhalten, selbst Möbel, Teppiche und die Lichtschalter wurden einst von Anna Seghers benutzt“, erklärt Monika Melchert, die für die Akademie der Künste die Gedenkstätte betreut. Die Schreibmaschine hatte die Schriftstellerin bereits im mexikanischen Exil benutzt. Eine Palme im Wohnzimmer war ein Geschenk zu ihrem 80. Geburtstag. In vielen Räumen der Wohnung stehen Bücher, insgesamt 10 000 Bände sollen es sein. Selbst im Flur sind Regale für rund 1800 Bücher aufgebaut. „Die Regale und Bücherschränke wurden extra für die Schriftstellerin nach ihren Angaben in einer Tischlerei angefertigt“, erzählt Monika Melchert.

Anna Seghers’ Bücher sind in 42 Sprachen übersetzt worden, im früheren Arbeitszimmer ihres Mannes stehen viele der Erstausgaben.

Die Gedenkstätte in der heute nach der Schriftstellerin benannten Straße hat pro Jahr rund 1000 Besucher, die Hälfte von ihnen sind Schüler. Angehende Abiturienten holen sich hier das Wissen für ihre Leistungskurse.

Geöffnet ist die Gedenkstätte in der Anna-Seghers-Straße 81 Dienstag und Donnerstag von 10 bis 16 Uhr, Auskünfte unter  677 47 25. Der Eintritt kostet vier, ermäßigt zwei Euro. Es gibt mehrmals im Jahr Sonderveranstaltungen wie Lesungen und Buchpremieren. Wissenswertes unter www.anna-seghers.de.RD
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