Nils R. Schultze freut sich über den Lichtdesignpreis 2016

Nils R. Schultze vor den Adlershofer Warmwasserspeichern an der Wegedornstraße. (Foto: Ralf Drescher)

Adlershof. Wenn Nils R. Schultze vor seinem prämierten Kunstwerk steht, ist erst einmal nichts von Kunst zu sehen. Die fünf riesigen Wasserspeicher an der Wegedornstraße werden erst in der Dämmerung zur leuchtenden Installation.

Denn Nils R. Schultze arbeitet mit Licht. Vor zwei Jahren montierte er 1,3 Kilometer LED-Bänder auf die Warmwassertanks des Kraftwerksbetreibers BTB. Jeweils 18 Meter ergaben einen kompletten Ring, 69 Ringe umschließen die Tanks. Über Temperatursensoren und ein Computerprogramm erstrahlen die Ringe je nach Wassertemperatur im Tank zwischen blau und türkis.

Für sein Kunstwerk „Glowing“ hat er jetzt den privat ausgelobten Lichtdesignpreis 2016 erhalten. Und die farbigen Tanks sind nicht das einzige Werk des Berliners in Adlershof. Von Nils R. Schultze stammt auch die „Achse der Wissenschaft“, ein grüner Laserstrahl, der seit 2003 den Wissenschaftsstandort Adlershof mit der gleichnamigen Wohnsiedlung verband. Im vorigen Jahr musste der Strahl abgeschaltet werden, weil an der Rudower Chaussee ein Bürohaus in den Strahlengang gebaut worden war. Zur „Langen Nacht der Wissenschaften“ soll er wieder provisorisch in Betrieb gehen, Ziel ist vorerst ein Haus am Adlergestell. Derzeit laufen aber Arbeiten, damit der Strahl künftig bis nach Köpenick laufen kann. Ziel soll dort der Turm der Best-Sabel-Schule an der Lindenstraße sein. „Weil der rund drei Kilometer entfernt ist, muss der Strahler mit einer neuen Blende versehen werden. Dann schlagen wir optisch eine Brücke vom Wissenschaftsstandort Adlershof zur jahrhundertealten Stadt Köpenick“, freut sich der gerade erst ausgezeichnete Künstler.

Nils R. Schultze ist von Hause aus Designer, hat seine Ausbildung unter anderem auf er Kunsthochschule Halle/Burg Giebichenstein erhalten. In der Wendezeit fand er die komplette Außenbeleuchtung eines Marzahner Kaufhauses im Schrott und lagerte sie ein. „Daraus haben wir später im Oderbruch eine Neongrenze installiert“, erinnert er sich. Schultze hat schon mehrmals in Adlershof zur Langen Nacht der Wissenschaften für Lichteffekte gesorgt. Und bevor am Palast der Republik die Abrissbagger anrückten, hatte er dort noch schnell und ohne Auftrag den Schriftzug „Mach es fertig, bevor es Dich fertig macht“, projiziert. RD
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