Arbeiten auf Glienicker Weg behindern den Verkehr

Am Glienicker Weg wird der Abwasseranschluss für eine Tankstelle gebaut. (Foto: Ralf Drescher)

Adlershof. Im November meldeten wir stolz: "Der ,Flaschenhals’ ist weg" und berichteten über die vorfristig erfolgte Fertigstellung des Glienicker Wegs. Jetzt wird der Verkehrsfluss dort durch neue Bauarbeiten gehemmt.

"Im Bereich von Berlin Chemie steht in beiden Richtungen nur eine Fahrspur zur Verfügung, weil dort ein Bagger steht und Bauarbeiter irgendwelche Arbeiten erledigen", ärgert sich unser Leser Bodo Förster.In diesem Bereich ist eine Tankstelle im Bau, wie man unschwer beim Vorbeifahren erkennt.

Hier stand einst ein Abwasserpumpwerk der Berliner Wasserbetriebe. Das Pumpwerk wurde abgerissen und das Grundstück 2008 verkauft und damit quasi vergoldet. "Wir waren vom Baubeginn für die Tankstelle überrascht. Die sollte eigentlich schon Weihnachten 2012 eröffnen", ärgert sich Jürgen Papst, der Leiter des Tiefbauamts. Den Bauherren der Tankstelle ist es wohl ziemlich spät aufgefallen, dass es auf dem Grundstück keinen Abwasseranschluss gab. Der sollte dann schnell verlegt und dafür der nach drei Jahren Bauzeit fertig gestellte Glienicker Weg wieder aufgebuddelt werden. "Das konnten wir gerade noch verhindern. Wir haben die Pläne dann selbst erarbeitet, bei denen die Erschließung der Tankstelle über den Mittelstreifen ohne Aufgrabung der neuen Straße erfolgt", sagt Jürgen Papst vom Tiefbauamt.

Leitungsträger, dazu gehören auch die Wasserbetriebe, können im öffentlichen Straßenland bauen, ohne ein kompliziertes Genehmigungsverfahren durchlaufen zu müssen. Es gibt aber Pläne, wie bereits in der Vergangenheit nach Fertigstellung eines Straßenbaus wieder ein mehrjähriges Aufgrabungsverbot zu verhängen - Havarien ausgenommen. Dann würde wieder öffentliches Interesse über die Privatinteressen, hier eines Tankstellenbetreibers, gestellt. "Es wird Zeit, dass Gemeinnutz wieder vor Eigennutz geht und nicht jeder Investor die Allgemeinheit jederzeit mit seiner Bauerei belästigen darf", meint Leser Bodo Förster.


Ralf Drescher / RD
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