Beide Preise des Bezirks gehen an Firmen in Adlershof

Birgit Fiedler vom Speziallabor für angewandte Mikrobiologie mit ihrem Preis. (Foto: Ralf Drescher)

Adlershof. Seit 2005 zeichnet der Bezirk familienfreundliche Unternehmen aus. In diesem Jahr kommen beide Preisträger aus der Wissenschaftsstadt Adlershof.

Birgit Fiedler ist Geschäftsführerin des Speziallabors für angewandte Mikrobiologie (SLM) und Chefin von vier Mitarbeiterinnen und drei freien Mitarbeitern. Das Unternehmen zahlt einen Zuschuss für Kitakosten, übernimmt Kursgebühren für die Weiterbildung und gibt einen freien Tag für den Umzug. Wenn die Betreuung von Kindern wegen einer Kita-Schließung zum Problem wird, dürfen Kinder mit in die Firma gebracht werden. Es gibt im Besprechungsraum sogar eine Spielzeugkiste. "Ich habe selbst als Assistentin an der TU erlebt, wie problematisch Familie und Beruf sein können. Der tägliche Weg zur Arbeit und zurück kostete drei Stunden. Und der Professor hat mich gern am Sonntag als Beisitzer für Prüfungen eingeteilt", erzählt Birgit Fiedler. Die Unternehmerin will Familienfreundlichkeit aber nicht auf den Umgang mit Kindern der Mitarbeiter reduzieren. Auch die Möglichkeit, dass Mitarbeiter kranke Eltern oder Großeltern pflegen, ist ihr wichtig. "Dafür sind oft nicht einmal Maßnahmen nötig, die das Unternehmen Geld kosten", sagt sie.

Während SLM in der Kategorie Unternehmen bis 20 Mitarbeiter mit dem Preis bedacht wurde, bekam der Druckdienstleister Polyprint ihn in der Kategorie über 20 Mitarbeiter. Die Jury wurde hier durch verschiedene Teilzeitmodelle, flexible Arbeitszeitkonten und die Möglichkeit, die Arbeitszeit auf die Betreuungszeit der Kita abzustimmen, überzeugt. Beschäftigte in Elternzeit werden bei Polyprint an Weiterbildungsveranstaltungen, Seminaren und Betriebsfeiern beteiligt.

Der Pokal, eine von der Künstlerin Evelyne Bermann gestaltete Acrylskulptur, steht nun für ein Jahr in den Büros der Geschäftsführer. Birgit Fiedler hätte ihn fast schon behalten können, denn 2010 und 2011 hatte sie den Preis bereits gewonnen. "2012 hat es leider nicht geklappt und deshalb bleibt es vorerst ein Wanderpokal. Wer in Folge dreimal gewinnt, darf ihn aber behalten", sagt Birgit Fiedler.


Ralf Drescher / RD
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