Frank Hoffmann hat eine Leidenschaft für Wecker

Frank Hoffmann sammelt Wecker aus dem thüringischen Ruhla. (Foto: Ralf Drescher)

Adlershof. Verschlafen kann Frank Hoffmann (46) eigentlich nicht. An den Wänden seines Wohnzimmers und selbst im Flur finden sich zahlreiche Zeitmessgeräte. Sein Sammelgebiet sind Wecker aus Ruhla.

Der Name der westthüringischen Kleinstadt stand bis 1990 auf fast jedem Wecker, jeder Küchen- oder Armbanduhr im Osten Deutschlands. Unter dem Namen VEB Uhrenkombinat Ruhla waren mehrere einst private Uhrenfabriken in Ruhla, Weimar und Glashütte vereint."Zwei alte Wecker von der Oma meiner Partnerin Ramona als Geburtstagsgeschenk waren der Grundstock der Sammlung", erinnert sich Frank Hoffmann. Seitdem haben es ihm die Wecker angetan. Gesammelt wird nur, was einst in Ruhla gefertigt wurde. "Es gibt eine ungeheure Vielfalt von Weckern, die bis 1990 das Werk verlassen haben. Einige unterscheiden sich nur in der Farbe der Zifferblätter oder der Form von Ziffern und Zeigern voneinander", sagt Sammler Hoffmann. Einige der Wecker hätte er zu DDR-Zeiten gar nicht zu kaufen bekommen. Sie waren für den Export gedacht und tauchten in den Katalogen von Quelle und Neckermann auf. Wo ein Wecker verkauft wurde, erkennt man an den Schriftzügen "made in Germany" (West) oder "made in GDR" (Ost).

Nachschub für die rund 330 Wecker, die in Schränken, Vitrinen und auf Borden stehen, gibt es meist am Wochenende. Dann durchforstet Frank Hoffmann gemeinsam mit Tochter und Lebensgefährtin Trödelmärkte in Biesdorf, Friedrichshagen und Treptow. Ein alter Wecker aus Ruhla ist oft schon für ein bis zehn Euro zu haben. "Der Kauf bei Internetauktionen lohnt kaum, da dort meist Wucherpreise aufgerufen werden", sagt Sammler Hoffmann.

Ein paar besonders seltene Stücke hat Frank Hoffmann auch schon aufgetrieben. So gab es nur für den Verkauf im Westen den Wecker "Musikalarm", in dem eine eingebaute Spieluhr den "Schneewalzer" oder "Strangers in the Night" von Frank Sinatra zum Aufwachen spielte.

Aufziehen oder gar reparieren möchte der Sammler, der als Haustechniker in einem Hotel arbeitet, seine Wecker jedoch nicht, allerdings sind über 80 Prozent betriebsfähig. Demnächst steht ein Besuch in Ruhla an, der Herkunft aller Sammlerstücke. "Dort gibt es ein Uhrenmuseum, das ich unbedingt besichtigen möchte. Vielleicht erfahre ich ja mehr über die Geschichte meiner Wecker oder kann Einblick in Firmenkataloge nehmen", sagt Frank Hoffmann.

Bis dahin will er tüchtig weiter sammeln. Und vielleicht einmal die interessantesten Stücke in einer kleinen Ausstellung präsentieren.


Ralf Drescher / RD
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