Gute Ideen für die Dörpfeldstraße: Geschäftsstraßenkonzept vorgestellt

Rund 100 Besucher interessierten sich für das Geschäftsstraßenkonzept. (Foto: Ralf Drescher)
 
Die Adlershofer Markt-Passagen sind das Sorgenkind am Standort. Rund die Hälfte der Läden stehen leer. (Foto: Ralf Drescher)

Adlershof. Nachdem bereits vor Monaten ein Konzept zum Verkehr vorgestellt wurde, war jetzt das Geschäftsstraßenkonzept für die Dörpfeldstraße an der Reihe. Gut 100 Besucher kamen kürzlich zu Vortrag und Diskussion in die Alte Schule.

Die Dörpfeldstraße – 1370 Meter lang – gab es bereits im Mittelalter. Der unbefestigte und namenlose Weg wurde von Soldaten auf ihren Heerzügen und von Händlern genutzt. In ihrer heutigen Form wurde die Straße um 1880 als Dorfstraße angelegt, später hieß sie Cöpenicker Straße und Bismarckstraße. Seit dem Ende der DDR ist die Dörpfeldstraße eines der Sorgenkinder im Bezirk.

Dabei wurde das Eingangstor am Adlergestell erst vor einem Jahr neu gestaltet. Eine mit Imbissbuden besetzte Brache wich einem schmucken Wohn- und Geschäftshaus. Bereits vor Jahren wurde das frühere Kino Capitol zum Geschäftshaus umgebaut. Neu ist auch der Kaisers-Markt (demnächst Edeka) in der Nähe des Marktplatzes.

Für das Geschäftsstraßenkonzept hat die BBE Handelsberatung aus Leipzig im Oktober 2016 im Auftrag des Bezirksamts genau 322 Passanten in der Dörpfeldstraße und am Bahnhof Adlershof befragt. Fast alle kamen aus dem unmittelbaren Umfeld. „Bei der Auswertung der Interviews kamen wir, was fachliche Beratung und den Service in den Geschäften betrifft, auf gute Noten von 2,2 bis 2,3. Wesentlich schlechter kamen die Attraktivität des Standorts (3,7) und das Straßenbild (3,9) weg. Für die Parksituation für private Pkw kamen wir auf eine Durchschnittsnote von 4,5“, berichtet Silvia Horn von der BBE Handelsberatung.

Zu den Stärken der Dörpfeldstraße gehören nach Aussage der Handelsforscher die gute Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln und die vielen inhabergeführten Geschäfte mit ihrem guten Service. Als Sorgenkind stellten sie auch bei der Passantenbefragung die Marktpassagen Adlershof fest. Das 1997 eröffnete Einkaufszentrum mit einst 37 Geschäften steckt in einem Insolvenzverfahren, mindestens eine Zwangsversteigerung war fehlgeschlagen, rund die Hälfte der Läden steht inzwischen leer. „Die Marktpassagen sollten revitalisiert werden, mit einer funktionalen Ausrichtung zum Wochenmarkt. Wir empfehlen eine Umwandlung vom klassischen Shoppingcenter zum Fachmarktstandort. Das Untergeschoss sollte ausschließlich zum Parken genutzt werden, das Erdgeschoss für Geschäfte und Supermarkt. Außerdem würde eine direkte Zufahrt von der Dörpfeldstraße die Marktpassagen aufwerten“, sagt Ulrich Kollatz von der BBE Handelsberatung. Eine Neuausrichtung empfehlen die Handelsexperten auch für den Wochenmarkt, der sollte verstärkt Lebensmittel ins Angebot nehmen.

In den nächsten Monaten sollen die Gutachten zu Verkehr und Freiräumen mit dem Geschäftsstraßenkonzept zusammengeführt werden. Auch dieses Ergebnis wird dann öffentlich diskutiert.

Mehrfach wurde in der Veranstaltung bemängelt, dass nur Passanten, also Kunden, befragt wurden. „Leider ist kein einziger Geschäftsinhaber befragt worden. Es gibt zwar ein Konzept für die Marktpassagen, aber keiner kennt den derzeitigen Eigentümer“, ärgert sich Berliner-Woche-Leser Jörg Reichardt aus der Silberberger Straße. RD

Wie es weitergeht, erfahren interessierte Bürger im Internet: www.aktives-adlershof-berlin.de.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.