Unternehmer Franz Bauer zog an den Technologiestandort

Wenn Seniorchef Franz Bauer die neue Berliner Niederlassung besucht, schaut er auch nach dem Ausbildungsstand seiner Lehrlinge wie Petri Lau. (Foto: Ralf Drescher)

Adlershof. Wer mit Seniorchef Franz Bauer spricht, muss als "Preuße" ganz genau zuhören. Der 70-Jährige stammt aus Oberbayern und spricht Dialekt. Seit September hat der Unternehmer sozusagen auch ein Bein in Berlin.

Da eröffnete die Bauer Elektroanlagen Halle GmbH an der Karl-Ziegler-Straße ihren Neubau. Bauer, der 1998 mit einer Zweigstelle in Teltow und sechs Mitarbeitern anfing, plante schon seit Jahren den Schritt in die deutsche Hauptstadt. Das vor über 100 Jahren gegründete Familienunternehmen mit Sitz in Oberbayern hatte zur Wendezeit 55 Mitarbeiter. In Halle (Saale) konnte Bauer 1990 den VEB Anlagenbau kaufen, mit dem der bayrische Unternehmer bereits zu DDR-Zeiten zusammengearbeitet hatte. Bauer Elektroanlagen stattet Firmen, Krankenhäuser und sogar Schloss Bellevue mit elektrischen Installationen aus. Auch in Bundestagsbüros und im neuen Verwaltungsgebäude der Berliner Wasserbetriebe haben die Elektroinstallateure von Bauer Arbeitsspuren hinterlassen.

"Da war es nur logisch, dass ich 2011 ein Grundstück von der Wista gekauft habe, im März 2013 war Baubeginn", berichtet der Seniorchef. Im Oktober des vergangenen Jahres kam dann ein Rückschlag. Zwei Jugendliche, die trotz Videoüberwachung nicht dingfest gemacht werden konnten, hatten Feuer gelegt, brennende Dämmplatten beschädigten Teile der Fassade, der Schaden betrug 500 000 Euro, den zum Glück die Versicherung übernahm.

Doch Franz Bauer blieb Optimist. Und als dann der Neubau in Adlershof mit vier Monaten Verspätung eingeweiht werden konnte, wurde ein Oktoberfestzelt nebst bayrischem Bier und Trachtenkapelle herangeschafft und die rund 100 Berliner Mitarbeiter und viele Gäste warfen sich in Dirndl und Trachtenhemd.

Bis 2016 sollen in Adlershof rund 150 Menschen für Bauer arbeiten, außerdem sind im Schnitt 25 Auszubildende dabei.

Fritz Bauer, der im heimischen Buchbach seit über 40 Jahren für die CSU im Gemeinderat sitzt, macht sich einmal pro Woche auf den Weg, um in Halle und Berlin nach seiner Firma zu sehen. "Im Tagesgeschäft bin ich nicht mehr aktiv, da habe ich ja meine Geschäftsführer. Ich bin eher eine Art Sonderbeauftragter im eigenen Unternehmen", sagt der Senior.

Der ist übrigens von Beruf Elektromeister, ein geplantes Studium der Elektrotechnik musste er in der Jugend abbrechen. "Als ich 24 Jahre alt war, erkrankte mein Vater und ich musste den Familienbetrieb sofort übernehmen", erinnert er sich.

Den Standort Adlershof, an dem überwiegend wissenschaftliche Einrichtungen tätig sind, findet der Handwerksmeister hervorragend. "Die Nähe zum Flughafen und der Autobahnanschluss vor der Tür sind kaum zu toppen", sagt Bauer.


Ralf Drescher / RD
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