Dirk Moritz will mit "The Square3" an der Konrad-Wolf-Straße loslegen

Das einstige Sport-Hotel ist reif für die Abrissbirne. (Foto: Wrobel)
 
Das einstige Sport-Hotel soll abgerissen werden. (Foto: Wrobel)

Alt-Hohenschönhausen. Schon nächstes Jahr könnte es zum ersten Spatenstich für das Hochhäuser-Projekt "The Square3" kommen - wenn es nach dem Willen des Projektentwicklers Dirk Moritz geht. Doch erst einmal muss das einstige Sport-Hotel weichen.

"Das Projekt wird 2019 fertig sein", sagt Dirk Moritz überzeugt. In einem Hochglanzprospekt zeigt er die vielversprechenden Zeichnungen seines Bauvorhabens an der Konrad-Wolf-Straße, das den Titel "The Square3 - Life, Nature, Sport" trägt.

Die Vermarktung geht nach nunmehr drei Jahren in die heiße Phase. "Die Kalkulation für Investoren steht", so Moritz. Er ist kein Unbekannter im Bezirk: So sorgte er dafür, dass die alte Schokoladenfabrik an der Konrad-Wolf-Straße in Eigentumswohnungen verwandelt und nebenan City-Häuser gebaut wurden.

Das Geschäftsmodell des 53-Jährigen: Er bringt die Idee für ein Bauprojekt mit und macht den Weg für Investoren frei, die es finanzieren. Das klingt einfach, doch so einfach ist es nicht: Moritz muss sein Projekt mit Behörden abstimmen, Kalkulationen auf den Weg bringen. "Und ich will keinen Einheitsbrei", sagt Moritz. Es gehe ihm nicht um Marktgängigkeit, sondern um die ganz große Vision: "Ich will eine Kombination aus Wohnen und Architektur der Zukunft." Der einstige Sportler scheut weder starke Worte noch die Herausforderung.

Seit mehreren Jahren investiert Moritz in sein Projekt der Zukunft, in "The Square3". Dessen Kernstück ist ein Dreiergespann unterschiedlich hoher Hochhäuser. Sie symbolisieren ein Siegerpodest. Moritz findet, das schaffe eine passende Verbindung zum benachbarten Sportforum Hohenschönhausen. Und verfällt ins Schwärmen, wenn er über den höchsten, den "Goldturm" spricht. Er soll 118 Meter messen. Moritz hat am zukünftigen Standort dieses Hochhauses schon mal eine Drohne auf die Höhe des 30. Stockwerks steigen lassen. Die Fotografie hängt als Panorama in seinem Berliner Büro in der Friedrichshainer Palisadenstraße. So behält er sein Ziel im Auge, auch wenn die Umsetzung nicht einfach sein wird.

Seine Idee: Auf einer Fläche von 62 000 Quadratmetern entlang der Konrad-Wolf-Straße sollen Hochhäuser - darin ein Einkaufszentrum, Hotellerie, Gewerbe und nicht zuletzt Wohnungen - entstehen. Ein ganz neues Stadtviertel. Das Investitionsvolumen für das gigantische Vorhaben schätzt er auf 500 Millionen Euro. Noch klaffen Vision und Wirklichkeit weit auseinander. Heute liegt die Fläche an größtenteils brach, vereinzelt gibt es Nagel-Studios und Back-Shops. Einen Schandfleck bildet das ehemalige Sport-Konferenz-Zentrum. Eine Ruine, deren Scheiben eingeworfen sind. Vorhänge wehen aus den Fenstern.

"Das wird nicht so bleiben", versichert Moritz. "Wir wollen dieses Jahr den Abrissantrag stellen und so ein Zeichen setzen und beweisen, dass wir nicht nur von der Zukunft reden." An dieser Stelle soll schon im Herbst 2016 der Spatenstich für die drei Hochhäuser erfolgen.

Ob das klappt, ist unsicher. Denn immer wieder kommt das Bebauungsplanverfahren ins Stocken. Aktuell geht es um den Einzelhandel, der am Fuße der Hochhäuser entstehen soll. Die geplante Verkaufsfläche von 8500 Quadratmeter halte die Senatsverwaltung für zu groß, bestätigt der Stadtrat für Stadtentwicklung, Wilfried Nünthel (CDU). Zustimmung gebe es bislang für eine Fläche von 5000 Quadratmetern. Der Bezirk - in seinen Händen liegt das Bebauungsplanverfahren - bemüht sich um Verständigung.

Der Grund für die Bedenken der Senatsverwaltung: Direkt gegenüber der künftigen Großbaustelle liegt das Shopping- und Dienstleistungszentrum "Hohenschönhauser Tor". Von seinen mehr als 8000 Quadratmetern Fläche steht ein beträchtlicher Teil leer.

Die Auseinandersetzung mit der Verwaltung um die Verkaufsfläche hält Moritz indes für kleinlich. "Die 8500 Quadratmeter modernen Einzelhandel, die wir hier planen, sind für die Zukunft dieses sich rasant entwickelnden Stadtquartiers ohnehin zu klein", sagt er. Moritz hofft nicht zuletzt, mit der Entwicklung seines Projektes auch dem Konkurrenten gegenüber neues Leben einzuhauchen.


Karolina Wrobel / KW
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