Filteranlage soll Wasser aus dem Obersee säubern

Den Anwohnern ist der Obersee ans Herz gewachsen, doch krankt der See oft im Sommer. Das soll sich bald ändern. (Foto: Wrobel)

Alt-Hohenschönhausen. Am 17. November beginnen die Bauarbeiten für den Filter, der mit Hilfe von Schilf das Wasser aus dem Obersee säubern soll. Die Filterbecken werden kleiner als ursprünglich geplant.

Viele Spaziergänger schätzen das naturnahe Idyll am Obersee. Der 1890 künstlich angelegte See dient heute als Regenrückhaltebecken und zur Straßenentwässerung. Das hineingespülte Wasser ist jedoch alles andere als rein: Hohe Konzentrationen an Phosphor fördern gerade in den Sommermonaten die Blaualgenblüte. Sie ist giftig für die im See beheimateten Lebewesen.

Mit dem Bau einer Seefilteranlage soll der See nun künftig entlastet, der Phosphor und andere Stoffe dem Wasser entzogen werden. Am 17. November soll mit dem Bau der Filteranlage begonnen werden, verkündete der Stadtrat für Stadtentwicklung und Umwelt, Wilfried Nünthel (CDU), auf einer Einwohnerversammlung am 12. November. Der Bau der Filteranlage war ursprünglich bereits für August 2013 angesetzt, doch gab es zahlreiche Probleme bei der Ausschreibung und beim Planungsprozess. Deshalb wird der Filter nicht wie ursprünglich angedacht gebaut. Die Filteranlage wird kleiner. Das soll Kosten sparen.

So werden an der brachliegenden Fläche in der Oberseestraße 5-7 nur noch zwei Becken mit einer Fläche von insgesamt 1300 Quadratmetern realisiert werden. Ursprünglich plante man den Bau von drei Becken mit einer Größe von 2000 Quadratmetern. Die Becken werden mit Dränkies und einem speziellen Filterkörper aufgefüllt. Die flächige Anpflanzung von Schilf soll die biologische Reinigung fördern. Das Wasser aus dem Obersee wird mit Hilfe einer in den Boden eingelassenen Pumpe aus dem See gefördert. Unterirdische Rohrleitungen sollen das Wasser dann in die Becken und wieder zurück leiten.

Viele Anwohner sind besorgt, dass gerade beim Verlegen der Rohrleitungen im Bereich des Oberseeparks Wurzeln von Bäumen beschädigt werden. "In diesem Bereich wird es einen unterirdischen Vortrieb durch eine Spülbohrung geben", informierte Ulrich Blüher vom Projektsteuerer AquaConstruct. Das soll die Wurzeln schonen. Für die Verlegung der Rohre entlang der Oberseestraße wird jedoch ein Graben ausgehoben werden müssen. Die Zufahrten zu den Grundstücken der Häuser sollen jederzeit gewährleistet bleiben, der Verkehr in der Oberseestraße soll halbseitig an der Baustelle vorbeigeführt werden. Insgesamt werde sich die Baumaßnahme noch bis zum Sommer 2015 hinziehen, so Stadtrat Nünthel. Rund 1,5 Millionen Euro werden dafür aufgewendet. Detlef Sachs vom Verein Bürgerinitiative Orankesee bezweifelt die nachhaltige Wirkung des Seewasserfilters. Eine Meinung, die Stadtrat Nünthel nicht teilt: "Der Erfolg dieser Maßnahme wird nicht sofort sichtbar sein, aber schon 2017/2018 rechnen wir mit nachprüfbaren und sichtbaren Verbesserungen am See."

Zum Bau des Seewasserfilters führt das Bezirksamt ein öffentliches Bautagebuch. Es ist einzusehen unter www.berlin.de/ba-lichtenberg/buergerservice/bauen/bauen045.html.

Karolina Wrobel / KW
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