Gemeinschaftsgarten an der Liebenwalder Straße soll teilweise bebaut werden

Der Interkulturelle Garten liegt mitten im Wohngebiet. (Foto: Wrobel)
Berlin: Interkulturelle Garten |

Alt-Hohenschönhausen. Der Interkulturelle Garten wird nicht nur in der Nachbarschaft geschätzt. Viele Menschen holen sich hier Rat und Hilfe in Sachen Natur und Umwelt. Bald soll ein Teil der Anlage bebaut werden.

"Unser Wunsch ist es, dass ein Alternativstandort für die hier geplante Turnhalle gefunden wird", sagt Anne Haertel, Leiterin des Interkulturellen Gartens. Mehr als dreißig Nachbarn aus den umliegenden Wohnhäusern pflegen und hegen den Garten in der Liebenwalder Straße 12-18. Hier wachsen Kartoffeln und anderes Gemüse, das von den Nutzern geerntet werden kann. Außerdem gibt es Beete mit aufwendig zu pflegenden Rosen und anderen Blumen - im Sommer ein Genuss fürs Auge.

Seit rund zehn Jahren gibt es diesen Garten, der mit 113.000 Euro aus dem Förderprogramm Stadtumbau Ost und Geld vom Verein Sozialdiakonische Jugendarbeit Lichtenberg angelegt worden ist.

Doch jetzt könnte es Probleme geben. Es wird nämlich eine neue Turnhalle für die umliegenden Schulen gebraucht - für die Brodowin-Grundschule an der Liebenwalder Straße 22 und für die Philipp-Reis-Schule in der Werneuchener Straße 14/15. Die steigenden Schülerzahlen machen sich bemerkbar - die gemeinsam genutzte Sporthalle ist mittlerweile viel zu klein. Ein Neubau soll Abhilfe schaffen. Geplant ist eine Zwei-Feld-Sporthalle mit den Maßen 22 mal 44 Meter.

Enstehen soll die Turnhalle auf der Fläche des heutigen Interkulturellen Gartens. Von den rund 13.000 Quadratmetern Fläche würden 3000 Quadratmeter beansprucht. Anne Haertel hält eine Verkleinerung für problematisch: "Der Garten folgt einem Gesamtkonzept, er würde durch den Bau einer Turnhalle, egal an welcher Stelle, zunichte gemacht", sagt sie.

Die Bezirksverordneten haben indes den Hallenneubau in die Investitionsplanung für die Jahre 2015 bis 2019 aufgenommen. Linke-Fraktionsvorsitzender Daniel Tietze zweifelt nicht an der Notwendigkeit des Neubaus, sieht aber das Verhalten des Bezirksamts kritisch: "Die Nutzer des Interkulturellen Gartens wurden über die Bauabsicht auf dem Grundstück nicht informiert." Das Bezirksamt solle künftig nicht an den Betreibern des Gartens vorbei Fakten schaffen, sondern sie über alle angehenden Planungen informieren. Darauf konnten sich die Parteien im Hauptausschuss der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) einigen.

Die Schulstadträtin Kerstin Beurich (SPD) hatte bei der BVV am 19. März eine gute Nachricht. Sie sagte: "Wir werden eine Lösung finden, die nicht zu Lasten des Gartens gehen wird." Und ergänzte: "Der Garten wird in seiner Größe erhalten bleiben, aber örtlich verschoben werden." Der Hof, auf dem sich der Garten befindet, sei für diese Verschiebung geeignet.

Bis dahin ist jedoch noch ein paar Jahre Zeit: Der Bau der Turnhalle soll frühestens 2019 beginnen.


Karolina Wrobel / KW
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