Das Schloss wird denkmalgerecht saniert und barrierefrei

Das Schloss Hohenschönhausen soll einmal zum Kulturhaus werden, doch zuerst wird es noch innen und außen saniert. (Foto: Wrobel)

Alt-Hohenschönhausen. Im April begannen die lang geplanten Umbau- und Sanierungsarbeiten am denkmalgeschützten Schloss Hohenschönhausen. Bis 2015 soll das Haus zum kulturellen Anziehungspunkt im Norden des Bezirkes werden.

Schon kurze Zeit nach dem Beginn der Bauarbeiten im Inneren des Schlosses gab es eine Entdeckung: Unter den Bodenbelägen im Erdgeschoss kam ein alter Tafelparkettfußboden zum Vorschein. Der Holzboden aus der Zeit um 1870 ist noch in einem so guten Zustand, dass er restauriert werden kann. Wie viele historisch wertvolle Zeugnisse aus der Vergangenheit noch unter Wänden und Böden schlummern, das wird sich in den kommenden Monaten zeigen: bei den Sanierungsarbeiten am Bürgerschloss, das künftig als ein Museum und ein Veranstaltungshaus genutzt werden soll.

Rund 1,7 Millionen Euro stehen für die Sanierungsarbeiten zur Verfügung, die der Förderverein Schloß Hohenschönhausen von der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin erhält. "Aktuell werden die Räume im Erdgeschoss wieder auf ihre ursprüngliche Größe gebracht", sagt Sabine Didschuns von der Geschäftsstelle des Vereins.

Der einst große Raum war Jahre später in zwei Räume und einen Flur unterteilt worden; auch Fensternischen hatte man zugemauert, wie ein Restauratoren-Gutachten belegt. In Zukunft soll im Erdgeschoss wieder ein großer Veranstaltungssaal zur Verfügung stehen.

In wenigen Wochen beginnt der Einbau neuer Fenster. Im Oktober diesen Jahres soll dann an der Nordseite des Hauses ein Aufzug installiert werden. Dann ist das denkmalgeschützte Schloss barrierefrei zugänglich. Während die Bauarbeiten in diesem Jahr überwiegend das Innere des Hauses betreffen, geht es im kommenden Jahr an den Außenverputz und die Dachdämmung. Dann soll die stellenweise ausgebesserte Fassade unter einem einheitlichen Putz verschwinden. Nicht zuletzt ist auch die Rekonstruktion des Originaleinganges zur Westseite hin vorgesehen.

Dort war einst der Treppenaufgang zurückgebaut worden, die reich verzierte Holztür, die heute noch erhalten ist, wurde abmontiert. Sie soll nun wieder an ihren ursprünglichen Platz in ein Vestibül eingesetzt werden. An der Ostseite des Schlosses soll ein zusätzlicher Eingang mit Terrasse entstehen. "Im kommenden Jahr wollen wir dann auch den Garten neu gestalten", sagt Sabine Didschuns. Dann sind die letzten Voraussetzungen geschaffen, um im Schloss Hohenschönhausen die Planungen für ein Daimon-Museum endlich umzusetzen.

Der Gründer des Unternehmens "Daimon", Paul Schmidt (1868-1948), war der letzte private Eigentümer des Gutshauses. Schmidt erfand unter anderen die Trockenbatterie und die Taschenlampe. Die Kosten für die Ausstellung schätzt der Förderverein auf eine sechsstellige Summe, um die er sich derzeit bei diversen Stellen bemüht.

Weitere Informationen gibt es unter www.schlosshsh.de

Karolina Wrobel / KW
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