Nach Diebstahl: Verein lässt neue Skulptur herstellen

Die Künstlerin Evgenia Usimova und Elke Weihusen (r.) vor den Entwurfs-Plastiken für die künftige Skulptur. (Foto: Wrobel)

Alt-Hohenschönhausen. Mit einer neuen Skulptur will der Förderverein Obersee und Orankesee den Besuchern des Obersees eine kleine Attraktion zurückgeben.

Der Obersee ist für viele Menschen ein Anziehungspunkt. Während Spaziergänger und Anwohner Ruhe und Erholung suchen, haben Metalldiebe in den Skulpturen begehrte Objekte gefunden. Seit Februar 2013 wird die schwere Bronzeskulptur "Die Liegende" des Bildhauers Siegfried Krepp vermisst, die seit fast dreißig Jahren das Ufer des Obersees schmückte.

Viele Anwohner hat der dreiste Diebstahl verärgert. "Das Einschmelzen bringt den Dieben etwa 200 Euro ein, der künstlerische Wert dieser Arbeit liegt bei 40.000 Euro", sagt Elke Weihusen. Heute erinnert nur noch der leere Sockel an die Skulptur. "Eine Wiederbeschaffung ist kaum möglich, denn der Künstler Siegfried Krepp lebt nicht mehr", sagt Weihusen. "Wir wollen uns mit dem Diebstahl jedoch nicht abfinden und mit einer neuen Skulptur ein Zeichen setzen."

Die Anwohnerin ist Mitglied im Vorstand des Fördervereins, der sich für den Erhalt des Ober- und Orankesees und ihre naturnahe Nutzung einsetzt. "Der Obersee ist eine Kulturlandschaft und ergänzt den benachbarten Badesee Orankesee", sagt Weihusen. Zusammen mit anderen Vereinsmitgliedern entstand die Idee, einen Künstler mit der Gestaltung einer neuen Skulptur zu beauftragen.

Sie haben in der Bildhauerin Evgenia Usimova eine junge und zugleich erfahrene Künstlerin gefunden, die eine eigene Idee für die Skulptur am Obersee mitbrachte. "Elegie" heißt der Entwurf ihrer Skulptur in Form einer sitzenden, nackten jungen Frau. "Ich habe die Gestalt der Plastik an die historische Legende über Prinzessin Oranka angelehnt, einer wunderschönen jungen Frau, die für ein Vergehen zur Nixe verwandelt und dazu verurteilt wurde, ewig in Mondscheinnächten am Seeufer auf ihren ritterlichen Retter zu warten", erklärt die 30-jährige Künstlerin und Studentin der Kunsthochschule Weißensee.

Die Skulptur soll etwa 150 Zentimeter hoch werden und mehr als 200 Kilogramm Gewicht auf die Waage bringen. "Um einen neuen Diebstahl zu verhindern, haben wir uns auf eine Skulptur aus Beton geeinigt", erklärt Elke Weihusen. Noch ist der künstlerische Prozess noch im Gange, deshalb steht auch noch nicht fest, ob Marmoranmutung oder ein kupferfarbener Anstrich die Skulptur veredeln sollen. Die Kosten für die neue Skulptur will der Förderverein übernehmen, doch ist man auf zusätzliche Spenden angewiesen. "Wir hoffen schon im Frühjahr den alten Sockel mit der neuen Skulptur füllen zu können".

Weitere Informationen gibt es unter 981 29 81 und www.obersee-orankesee.de.

Karolina Wrobel / KW
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