Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit gewürdigt

Alt-Hohenschönhausen. Der Schriftsteller Erich Loest erhielt den Hohenschönhausen-Preis 2012. Dies teilte der Förderverein Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen mit.

Mit der Auszeichnung werden Persönlichkeiten gewürdigt, die sich in besonderer Weise um die Aufarbeitung der kommunistischen Diktatur in der DDR verdient gemacht haben.Nach Ansicht der Jury hat der 1926 im sächsischen Mittweida geborene Erich Loest maßgeblich zu einer kritischen Auseinandersetzung mit der SED-Diktatur beigetragen. In seinen Werken wie "Durch die Erde ein Riss" oder "Nikolaikirche" habe er vielen Menschen in ganz Deutschland ein realistisches Bild der DDR als menschenfeindliche Diktatur vermittelt. Auch mit seinem Kampf gegen Überbleibsel kommunistischer Propaganda wie das Bronzerelief "Aufbruch" an der Universität Leipzig habe er sich in besonderer Weise gegen einen unkritischen und nachlässigen Umgang mit der SED-Diktatur gewandt.

Als vorbildlich würdigte die Jury auch, dass sich Loest, der in der DDR sieben Jahre im Gefängnis war, auch mit seinen eigenen politischen Irrtümern offen und kritisch auseinandergesetzt habe.

Die Verleihung des Preises fand am 7. November statt. Die Laudatio hielt Bundestagsvizepräsident Hermann Otto Solms (FDP). Der mit 5000 Euro dotierte Preis wird alle zwei Jahre verliehen.

Weitere Informationen unter 0172/785 50 40, E-Mail: info@foerderverein-hsh.de.

Michael Kahle / m.k.
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