Filter soll die Gefahr der Blaualgenblüte vermindern

Damit auch im nächsten Sommer die Enten gesund im Obersee schwimmen können soll ein Seewasserfilter gebaut werden. (Foto: Wrobel)

Alt-Hohenschönhausen. Eine hohe Konzentration des Nährstoffs Phosphor gefährdet den ökologischen Zustand des Obersees. Gerade in den Sommermonaten stinkt der See vor sich hin. Das soll ein Seefilter ändern.

Der Obersee wurde um 1890 künstlich angelegt und dient heute als Regenrückhaltebecken und zur Straßenentwässerung. Doch mit dem Regen gelangen auch Nährstoffe in den See, die unerwünschte Folgen haben. Das hineingespülte Wasser beinhaltet unter anderem den Nährstoff Phosphor, der gerade in den Sommermonaten die Blaualgenblüte fördert. Dadurch bildeten sich Gifte, die nicht nur schlechte Gerüche verursachten, sondern auch zum Tod von vielen Tieren führten. Mit dem Bau eines Seewasserfilters an der noch brach liegenden Fläche an der Oberseestraße 5-7 soll der See nun sauberer werden, denn der Filter soll vor allem das Phosphat aus dem Seewasser herauslösen. Über den Planungsstand der See-Sanierung informierte das Bezirksamt in einer Einwohnerversammlung am 5. Februar. Viele Anwohner begleiten die Seesanierung kritisch, die mit den Maßnahmen am Orankesee 2010 begann und nun am Obersee weitergeführt wird.

Im August 2013 soll nun der Bau der Filteranlage beginnen, deren Entwurf während der Planung nun verändert worden ist. Die Veränderungen und den aktuellen Planungsstand stellte der für die Projektsteuerung zuständige Ulrich Blüher von Büro Aqua Construct den Einwohnern vor. Der Filter wird aus drei Teilflächen von jeweils 667 Quadratmeter bestehen, sie werden mit Kies und einem speziellen Filterkörper aufgefüllt und sollen jeweils abwechselnd bewässert werden. Zwar ist der Filter groß genug, um das gesamte Wasservolumen des Sees in einem Jahr sechsmal zu filtern. Geplant sei jedoch vorerst eine kleinere Reinigungsleistung: "Aktuell soll das Wasservolumen des Sees zweimal im Jahr gefiltert werden", informierte Blüher. "Jährlich gelangen durch den Regenwasserabfluss 16,25 Kilogramm an Phosphor in den See. Der Filter wird 17,16 Kilogramm davon herausfiltern." Mit einer Pumpe wird das Wasser am Südostufer des Sees abgepumpt, im westlichen Bereich wird das gefilterte Wasser dem See wieder zugeführt. Da der Seewasserfilter sich nicht direkt am See befindet, ist der Bau einer Leitung notwendig. Die Leitungstrasse soll entgegen früherer Planungen nicht mehr durch den Park führen, sondern sich vermehrt am Straßenland orientieren. Dadurch können mehr Bäume und Gehölze erhalten werden. Wo es im Bereich der Grünflächen notwendig ist, sollen die Leitungsgräben per Hand geschachtet werden. In zwei Abschnitten ist ein unterirdischer Rohrvortrieb geplant, der ohne einen Graben auskommt.


Karolina Wrobel / KW
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