Kritiker der Zustände in der Kita beklagen unzureichende Aufklärung

Alt-Hohenschönhausen. Der Berliner Woche liegen sechs eidesstattliche Versicherungen sowie Aussagen besorgter Eltern und Mitarbeiter vor, in denen zwei Erzieherinnen der Kita Regenbogen in der Waldowstraße 40 der Kindeswohlgefährdung bezichtigt werden.

So beklagt etwa die ehemalige Praktikantin Kathleen Menne, dass die eine Erzieherin die eineinhalb bis zweieinhalbjährigen Kinder in einem "herrischen Ton" ansprach, verbunden mit "Drohungen". Die andere Erzieherin soll zu einem kleinen Jungen gesagt haben: "Ich kann dich nicht mehr sehen, du kotzt mich an, geh mir aus den Augen." Kathleen Menne hatte aufgrund dieser Zustände ihr Praktikum vorzeitig abgebrochen.

Erzieherin Brigitte Dombrovski beklagt unter anderem, dass die eine Erzieherin von 2006 bis 2010 den Kindern regelmäßig deren eigenen Kuscheltiere und Nuckel vorenthalten oder weggenommen habe, um die Kinder zu erziehen, zu disziplinieren oder zu bestrafen. Dies halte sie für aber für "seelische Grausamkeit". Dombrovski hatte gegenüber der Kitaleitung mehrfach geäußert, dass die kritisierte Erzieherin nach ihrer Auffassung ungeeignet sei und eine Qualifizierung empfohlen.

"Doch mir wurden von Kitaleitung und Träger mitgeteilt, dass es arbeitsrechtliche Konsequenzen für mich haben wird, wenn ich über meine Erfahrungen und Erlebnisse weiter und insbesondere auch gegenüber Eltern sprechen würde" versichert Dombrovski.

Sie wurde schließlich abgemahnt und in eine andere Kita versetzt. Elternvertreter Patrick Schlöffel, der die Zustände in der Kita "im Interesse des Kindeswohls" ebenfalls nicht hinnehmen wollte und sich außerdem für Brigitte Dombrovski einsetzte, erhielt Hausverbot.

Der Betreuungsvertrag für seinen vierjährigen Sohn wurde seitens der Kita fristlos gekündigt. Er wie auch Brigitte Dombrovski haben inzwischen Rechtsmittel eingelegt.

"Wir sind den Vorwürfen gegen die beiden Erzieherinnen nachgegangen", sagte Hilka Ehlert, Geschäftsführerin von urban consult. Der Inhalt der eidesstattlichen Erklungen sei ihr nicht bekannt. "Es hat Gespräche mit allen Beteiligten gegeben und wir haben die Kitaaufsicht beim Senat umfassend informiert. Aber das reichte Herrn Schlöffel offensichtlich nicht." Mehr möchte sie nicht sagen, da es sich um mehrere schwebende Verfahren handelt.

Patrick Schlöffel spricht von einem unerträglichen Klima des Misstrauens und der gegenseitigen Bespitzelung zwischen Erzieherinnen der Kita untereinander und Eltern andererseits. "Wer sich kritisch äußert, der fliegt", so Schlöffel.


Michael Kahle / m.k.
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