Ort der Zeitgeschichte: 20 Jahre Gedenkstätte

Klaus Wowereit besuchte die Gedenkstätte anlässlich ihres 20-jährigen Bestehens. Mit Hubertus Knabe besichtigte er das ehemalige Gefängnis. (Foto: Kahle)

Alt-Hohenschönhausen. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hat am 20. Juni im früheren Stasi-Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen an die Gründung der Gedenkstätte vor 20 Jahren erinnert.

1994 hat die Stasiopfer-Gedenkstätte mit 3000 Besuchern pro Jahr begonnen. Heute zähle sie jährlich fast 400 000 Besucher. Die Hälfte davon sind Schüler. Die Gedenkstätte sei ein wichtiger Ort der Zeitgeschichte. "Ich habe hohen Respekt vor den festen und ehrenamtlichen Mitarbeitern, die sich hier engagieren", sagte Wowereit. Er würdigte besonders das Engagement der ehemaligen Häftlinge, die durch die Gedenkstätte führen und Geschichte gerade für Schülergruppen erlebbar machen.

Die besondere Chance dieses Ortes bestehe darin, die Menschen "abzuholen" und auch emotional zu erreichen. "Insofern muss das bei wachsendem Bedarf auch ausfinanziert werden", unterstrich Wowereit. Der Regierende Bürgermeister ist als Kultursenator zugleich Vorsitzender des Stiftungsrats der Gedenkstätte.

Hubertus Knabe, Direktor der Gedenkstätte, betonte, dass das Land Berlin das ehemalige Stasi-Gefängnis - anders als die Berliner Mauer - bereits zwei Jahre nach der Wiedervereinigung unter Denkmalschutz gestellt habe. "Das war ein Glücksfall, denn dadurch blieb das Gefängnis fast unverändert erhalten." In der Folgezeit seien rund 38 Millionen Euro in den Erhalt und Umbau gesteckt worden. Die Besucherzahlen seien seit 1994 kontinuierlich angestiegen, so dass bisher mehr als 3,3 Millionen Besucher an einer Führung teilgenommen hätten.

Allerdings müssten wegen Überfüllung inzwischen auch jedes Jahr mehr als 20 000 Besucher abgewiesen werden. Knabe schlug deshalb vor, das inzwischen leer stehende ehemalige DDR-Polizeigefängnis am Alexanderplatz als zweiten Standort der Gedenkstätte zu nutzen. Wowereit sagte eine Prüfung des Vorschlags zu. "Das kostet sicher auch Geld, aber ich denke, das ist gut investiertes Geld", betonte er.


Michael Kahle / m.k.
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