Ein neuer Eigentümer für brachliegendes Einkauszentrum

So soll das neue Hansa-Center im Frühjahr 2015 aussehen. (Foto: FUN Architekten Ingenieure)

Alt-Hohenschönhausen. Eine neue Fassade und eine 4000 Quadratmeter große Edeka-Filiale sollen das brachliegende Hansa-Center wieder zu einem gut funktionierenden Handelsstandort machen.

Bislang verhinderte die Insolvenz des Eigentümers die Wiederbelebung des Hansa-Centers. Die Schließung der Real-Filiale brachte Leerstand, der gesamte Standort wurde für Einzelhändler unattraktiv. Es kam der Niedergang. Mehrere Jahre lang lag das Einkaufszentrum brach. Jetzt hat das Unternehmen Edeka Minden-Hannover das Hansa-Center aus der Insolvenzmasse des Eigentümers übernommen. Mit dem Kauf verspricht die Edeka-Gruppe, den Standort mit einem neuen Konzept wiederzubeleben.

Rund 19,5 Millionen Euro will die Gruppe in Abstimmung mit dem Projektentwickler Michael Lieberkühn in das Objekt investieren. Schon jetzt liegen dem Bezirksamt die Bauanträge vor. Zum einen bekommt das Center eine schicke neue Fassade: in Form einer gold-metallenen Verkleidung. Zum anderen sind Umbauten im Erdgeschoss geplant und auch die enge Zufahrt zur Tiefgarage soll erweitert werden. In der ehemaligen Real-Filiale entsteht ein neuer Verkaufsraum mit Mall-Bereich, auf mehr als 4000 Quadratmetern zieht dort ein Edeka-Center ein. Der so genannte Ankermieter soll weitere Mieter anziehen, im Obergeschoss werden großzügige Büroräume mit Dachterrasse angeboten.

Ein Branchenmix aus Textil- und Elektrofachhandel sowie ein Drogerieanbieter sollen den Handelsstandort zu einem neuen Anziehungspunkt für Kunden machen. Noch sei die Vermietung der Flächen aber nicht abgeschlossen, so Edeka-Sprechers Andreas Laubig.

Das Unternehmen setzt auf das Potenzial des großen Einzugsgebietes mit seinen rund 250 000 Einwohnern. Die Eröffnung des neuen Hansa-Centers ist für Anfang 2015 geplant.

Der Wirtschaftskreis Hohenschönhausen-Lichtenberg betrachtet die Wiederbelebung des Hansa-Centers allerdings mit kritischem Blick. Wolfgang Engels, Vorstandsmitglied im Wirtschaftskreis, nennt das Projekt "Verkaufs-Gigantismus" und beanstandet, dass anderen Handelsstandorten Kunden weggenommen würden. Als besonders bedroht sieht Engels das Linden-Center an, aber auch die Einzelhandelsstandorte und das geplante Vollsortiment-Kaufhaus an der Wartenberger Straße seien gefährdet. Dass letztgenanntes Projekt angesichts der aktuellen Entwicklung des Hansa-Centers überhaupt realisiert wird, stellt Engels sogar in Frage.

Der Bebauungsplan für das Gebiet an der Wartenberger Straße liegt übrigens noch bis zum 13. Mai öffentlich aus: unter der Bezeichnung 11-73 VE im Stadtentwicklungsamt in Alt-Friedrichsfelde 60 im Zimmer 2.1304. Lichtenberger sind eingeladen, Kritik und Anregungen zu äußern.

Der Bezirk gibt der Edeka-Gruppe jedoch grünes Licht. "Die angegebenen Verkaufsflächen liegen im Rahmen des bisherigen Bestandes im Hansa-Center", sagt Stadtrat Wilfried Nünthel (CDU).


Karolina Wrobel / KW
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