A 100 wächst von Neukölln nach Alt-Treptow

Blick von der Sonnenallee-Brücke in Richtung Hotel Estrel. (Foto: Ralf Drescher)

Alt-Treptow. Bis 2022 soll die A 100 Neukölln und Alt-Treptow auf gut drei Kilometer langem Weg verbinden. Auf der Baustelle wird derzeit tüchtig gebaut.

Beim Besuch Ende Juni zeigte das Thermometer 32 Grad im Schatten. Trotzdem sind rund 400 Bauleute im Einsatz. „Bei solchen Temperaturen werden aber bestimmte Arbeiten verschoben, zum Beispiel der Einbau von Frischbeton“, erläutert Arne Huhn vom Bereich Tiefbau der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt. Gearbeitet wird Montag bis Sonnabend jeweils von 6 bis 22 Uhr, weil das noch ohne Sondergenehmigung möglich ist. An diesem heißen Tag wird viel am Wasser gebaut. An mehreren Stellen in der Nähe des Neuköllner Hotels Estrel heben Bagger quasi unter Wasser die Baugruben aus. Der Aushub kommt in Container, aus denen das Wasser in Strömen in die Baugrube zurück läuft. „Der ausgehobene Boden wird auf Schadstoffe untersucht und dann entweder weiterverwendet, gereinigt oder in seltenen Fällen als Sondermüll deponiert“, berichtet Arne Huhn. Die 3,2 Kilometer des 16. Abschnitts der A 100 sind in sieben Baulose aufgeteilt. Es gibt fünf Hauptauftragnehmer, die rund 30 Nachunternehmer beschäftigen. Im Gegensatz zum Autobahnbau auf dem Land stoßen Planer und Bauingenieure mitten in Berlin auf viele Probleme. „Zwei S-Bahnen, zwei Bahntrassen und mehrere Stadtstraßen queren den Baustellenbereich. Das stellt uns natürlich vor besondere Herausforderungen“, erklärt Arne Huhn.

Einige der Lösungen berühren auch den Verkehr. So wurden die Sonnenallee und die Kiefholzstraße im Bereich der Baustelle verlegt. An der Sonnenallee-Brücke, die hier die künftige Autobahn überquert, wird sogar sonnabends gearbeitet. „Im Sommer 2017 bekommt die Sonnenallee die alte Verkehrsführung zurück“, verspricht Arne Huhn.

Für das 473 Millionen Euro teure Verkehrsvorhaben – bezahlt vom Bund – müssen rund eine Million Kubikmeter Erde unter Wasser und weitere 450 000 Kubikmeter im Trockenaushub bewegt werden. Für den Bau werden rund 55 000 Tonnen Stahl und 650 000 Kubikmeter Beton verbaut.

Wenn die Baugruben für die einzelnen Abschnitte ausgehoben sind, wird unter Wasser der Beton eingebracht. Damit die Grube später nicht auftreibt, bringen Taucher vor dem Abpumpen bis zu 14 Meter lange Stahlanker ein. Im Abstand von einem Meter wird so ein Riesennagel gesetzt. Erst dann wird das Wasser abgepumpt. Danach kommen die Eisenflechter und dann wird noch einmal betoniert.

Im Jahr 2022 soll alles fertig sein, dann kann man auf der Stadtautobahn bis zum Treptower Park durchfahren. Derzeit wird bereits der 17. Abschnitt zur Frankfurter Allee geplant. RD

Jeweils Mittwoch können sich Interessenten von 16 bis 18 Uhr im Infopunkt an der Sonnenallee 255 – Nähe Grenzallee – über das Bauvorhaben informieren.
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