Agromex baut in der Heidelberger Straße 159 Wohnungen

An der Heidelberger Straße wurde Richtfest für 159 Wohnungen gefeiert. (Foto: Ralf Drescher)

Alt-Treptow.Viele Lücken haben die 28 Jahre mit der Mauer entlang der früheren Sektorengrenze hinterlassen. Eine wurde jetzt geschlossen.

An der Heidelberger Straße ging der Richtkranz für 159 Wohnungen hoch. Sie werden von der Firma Agromex auf Grundstücken gebaut, auf denen bis kurz nach dem Mauerbau sieben Mehrfamilienhäuser standen. Weil die 25 Meter entfernte andere Straßenseite zu Neukölln gehört und die Gebäude auf Treptower Seite 1962 mehrfach Orte für Fluchttunnel waren, enteignete die DDR die Grundstücke und ließ die Häuser abreißen.

Agromex wird die neuen Wohnungen nicht selbst vermieten. Sie verkauft das Projekt schlüsselfertig an die Wohnungsbaugesellschaft Mitte, ein kommunales Unternehmen. Im Rahmen des rund 34 Millionen Euro teuren Bauvorhabens wird auch eine Tiefgarage mit 30 Stellplätzen entstehen. Vor dem 130 Meter langen Neubau werden in Absprache mit dem Bezirksamt 50 Pkw-Stellplätze im öffentlichen Straßenland errichtet.

Gebaut werden Wohnungen von 1,5 Zimmern (40 Quadratmeter) bis zu drei Zimmern (80 Quadratmeter). Veranschlagt sind Kaltmieten um die zwölf Euro. Allerdings gehören 40 Wohnungen zum preisgebundenen Segment, sie werden für 6,50 Euro Kaltmiete an Inhaber von Wohnberechtigungsscheinen vergeben. Die Wohnungen sollen im ersten Quartal 2017 bezugsfertig sein.

Agromex baut auch an anderer Stelle im Bezirk. Zwischen Spreeufer und Fanny-Zobel-Straße sollen drei Hochhäuser, darunter ein Hotel, entstehen. Hier peilt man den Baustart im kommenden Jahr an.

An die Teilung der Stadt werden die künftigen Bewohner des Neubaus übrigens regelmäßig erinnert werden. Der Mauerverlauf ist im Pflaster der Heidelberger Straße markiert. Und an der Kreuzung Heidelberger/Elsenstraße und gegenüber am Haus Heidelberger Straße 35 gibt es Gedenktafeln. Von hier aus wurde im März 1962 einen Tunnel nach Treptow gegraben. Durch ihn gelangten rund 50 Menschen in den freien Teil der Stadt, Heinz Jercha, einer der Tunnelbauer, geriet in einen Stasihinterhalt und wurde erschossen. RD
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