Spaziergänger sollen das Ehrenmal durchqueren können

Der historische Weg wurde bereits bis fast an den Außenzaun des Ehrenmals geführt. Hier müsste ein Tor eingebaut werden. (Foto: Ralf Drescher)
Berlin: Treptower Ehrenmal |

Alt-Treptow. Als ab 1946 das Sowjetische Ehrenmal im Treptower Park errichtet wurde, nahm man auf historische Wegebeziehungen keine Rücksicht. Mehrere der von Gartenarchitekt Gustav Meyer eingerichteten Wege verschwanden. Das soll jetzt geändert werden.

Die denkmalgerechte Restaurierung der 88 Hektar großen Anlage erfolgt im Rahmen eines Parkpflegewerks in enger Anlehnung an die Pläne von Meyer. Deshalb soll auch einer der Längswege durch den mittleren Teil wieder nutzbar gemacht werden. Im BVV-Ausschuss für Umwelt und Grün wurden jetzt die Pläne vorgestellt.

Der Weg, der bereits bis kurz vor den Zaun, der um das Ehrenmal führt, fertiggestellt ist, soll den Zugang zur Grabanlage durchqueren. Dabei müssen zwei Zäune, die 2006 für die Public-Viewing-Aktion zur Fußball-WM aufgestellt wurden, geöffnet werden.

„Wir wollen diesen Weg haben, er trägt zur Aufwertung des Treptower Parks bei“, sagt die für Straßen und Grünflächen verantwortliche Amtsleiterin Ingrid Lehmann. Wie Rainer Hölmer (SPD), der zuständige Stadtrat, betont, müssen noch die Zustimmung des Senats und der Russischen Botschaft eingeholt werden. Eine große Veränderung würden die beiden Tore im Zugang zum Ehrenmal ohnehin nicht bedeuten. Als 2006 der Zaun gesetzt wurde, hatte man nämlich sogar vier Tore eingebaut, damit zwei Trampelpfade nicht an der Grenze des Ehrenmals enden. Diese könnten nach Fertigstellung des offiziellen Wegs geschlossen werden. Der führt zwar durch den Zugang zum Ehrenmal, ist aber rund 200 Meter von der eigentlichen Kriegsgräberstätte entfernt. Die Wahrung der Totenruhe wäre also gesichert.

Der Ausschuss für Umwelt und Natur in der BVV hat dem Bauvorhaben bereits zugestimmt. Und auch der bezirkliche Denkmalrat ist dafür, den Weg durch das Ehrenmal zu führen. „Alles, was der originalen Parkgestaltung von Gustav Meyer nahe kommt, wird von uns aus denkmalpflegerischer Sicht befürwortet“, sagt der Vorsitzende Stefan Förster. Bereits im Juli 2014 hatte sich das Gremium für die Herstellung historischer Wegebeziehungen im Rahmen der 13 Millionen Euro teuren Restaurierung der Parkanlage ausgesprochen. RD
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