Südosten ohne S-Bahn-Anschluss: Kabel am Bahnhof Treptower Park brannten

Durch Brandstiftung wurden Signalkabel in der Nähe des S-Bahnhofs Treptower Park zerstört. Der Verkehr war stark eingeschränkt. (Foto: Ralf Drescher)

Alt-Treptow. Fast zwei Tage war der Südosten Berlins (fast) ohne S-Bahn. Durch einen Brand am Bahnhof Treptower Park waren die Ringbahn und die Strecken nach Königs-Wusterhausen, Schönefeld und Grünau blockiert.

Am 19. Juni hatten Mitarbeiter der S-Bahn gegen 3.30 Uhr aus einem Kabelschacht in der Nähe des S-Bahnhofs Treptower Park Rauch aufsteigen sehen und die Feuerwehr alarmiert. Die konnte das Feuer schnell löschen, aber wichtige Signal- und Sicherungskabel waren zerstört. Zwischen Treptower Park und Schöneweide wurde Schienenersatzverkehr eingerichtet. Vor allem in den ersten Stunden nach dem Brand kamen Tausende S-Bahnnutzer verspätet an ihr Ziel.

In der Nacht zum Dienstag hatte die Bundespolizei sogar einen Hubschrauber eingesetzt, um weiteren Brandstiftern das Handwerk zu legen. Dabei wurden an den Gleisen in der Nähe des S-Bahnhofs Sonnenallee zwei Personen entdeckt. Bis Bundespolizisten vor Ort waren, hatten sich die Unbekannten aber wieder aus dem Staub gemacht. In der Nacht zu Montag hatte es deutschlandweit weitere Brandanschläge auf Bahneinrichtungen gegeben. Neben Berlin waren auch Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Sachsen von den vermutlich politisch motivierten Anschlägen betroffen. Die Vermutung wird durch ein Bekennerschreiben auf einer linksradikalen Internetseite verstärkt. Hier wurde vom Kampf gegen den Kapitalismus und von Aktionen gegen den G 20-Gipfel in Hamburg geredet.

Für die Reparatur der zerstörten Kabel und die Herstellung des Normalzustandes im Berliner Fahrplan brauchten Fachleute der Bahn knapp zwei Tage. Der Verkehr auf den Ringbahnlinien lief am 19. Juni abends weitgehend normal. Seit Mittag des 20. Juni fuhren auch wieder Züge zwischen Treptower Park und Baumschulenweg – zunächst die S9 im 20-Minuten-Takt. Im Laufe des Nachmittags kamen dann auch die S8 und die S85 dazu. Die Ermittlungen gegen die Brandstifter führt der Polizeiliche Staatsschutz im Bundeskriminalamt. RD
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Ralf Drescher aus Köpenick | 22.06.2017 | 09:51  
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