Chancen für 40 Ateliers

Das Transparent an der Brandmauer. (Foto: Ralf Drescher)

Alt-Treptow. Seit 1993 gibt es das Atelierhaus Mengerzeile. Zum 20 Jubiläum vor drei Jahren drohte der Rauswurf. Mit einem neuen Eigentümer haben die Künstler eine Chance.

In der alten Pianofabrik unmittelbar an der früheren Sektorengrenze zwischen Treptow und Neukölln hatten kurz nach der Wende bildende Künstler eine Heimat gefunden. Sogar ein Gastatelier für ausländische Kollegen, die zeitweise in Berlin arbeiten wollten, gab es. Dann verstarb die hochbetagte Eigentümerin, die dem Atelierhaus positiv gegenüber stand und es eigentlich an die Künstler verkaufen wollte. Die Erben hatten an dem Kunstprojekt kein Interesse und verkauften anderweitig.

Der Versuch, mit einer Stiftung das Haus zu übernehmen, war Anfang des Jahres gescheitert. „Der Umgang mit einer Stiftung und den Banken war dem neuen Eigentümer einfach zu kompliziert. Er stand unserer Idee vom Künstlerhaus aber weiter positiv gegenüber und hat nach einer Lösung gesucht“, erzählt Eva Noack, eine der Künstlerinnen und im Vorstand des Atelierhauses.

Nun soll es umgebaut werden. Die Künstler behalten ihre Arbeitsräume und im Dachgeschoss zieht Kreativgewerbe ein. Ein nicht benötigter Anbau soll abgerissen werden und Platz für Wohnungen machen, um das ehrgeizige Projekt querzufinanzieren. Für das Projekt hatten sich unter anderem der Berliner Atelierbeauftragte und Bürgermeister Oliver Igel (SPD) eingesetzt.

Wie schwierig die Situation in Berlin insgesamt ist, zeigen die Künstler aus Alt-Treptow jetzt mit einem riesigen Transparent an der Brandmauer des Atelierhauses. Damit fordern sie, Arbeitsräume von Künstlern zu sichern. Durch steigende Nachfrage nach Wohnungen gerät der Markt für günstige Ateliers berlinweit immer mehr unter Druck. Aktuell sind im Bezirk Künstler im ehemaligen Transformatorenwerk Oberspree in Gefahr, weil die irische Immobiliengesellschaft Wohnungsbau plant. RD



Hier ein kurzer Videobericht dazu:
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