Von Paranuss und Preiselbeer'

Wenn man, wie ich, aus einer Familie guter Esser kommt, dann konnte der Griff zum Kochlöffel nicht vermieden werden.

Eifrig und schnell lernte man die Vorzüge eines gut ausgestatteten Gewürzregals, die Vielfalt der Kartoffel und die Güte der Sahne, zu stark gewürztes wieder schmackhaft zu machen.
Jedes Mitglied meiner Familie schien mit der Zeit seinen aromatischen Affekt zu finden. Mein Bruder liebte die Suppen, und füllte die Teller mit dampfend heißer Soljanka, Gulasch und Borschtsch. Die Schwester zeigte sich hingezogen zu all dem Fleisch, ob nun gerollt, geschnetzelt oder gegart. Meine Eltern ergänzten sich gut, denn während meine Mutter neue Salatkreationen zusammenstellte, mit Nüssen, Früchten und süßen Dressings, legte mein Vater köstlich gebratene Fische daneben.
In dieser Vielzahl an Gaumenfreuden fiel es mir lange schwer, mich hervorzutun, und der Weihnachtstisch schien auch ohne mein Zutun reichlich bedeckt. Doch mit dem erwachenden Bewusstsein für vegetarische Ausweichmöglichkeiten auf der Festtagstafel sah ich meine Zeit gekommen und ersann neue Wege, den klassischen Weihnachtsbraten zu novellieren.

Hier nun möchte ich Ihnen sehr gern ein Rezept präsentieren, dass bei jeder Person für Freude sorgt, die gutes Essen liebt, unabhängig der regulären Essgewohnheiten.


Paranussbraten mit Preiselbeersauce

Zutaten für 8 Personen:

450g Blätterteig, aufgetauter ( ca 2. Rollen)
3 Eier, bei veganen Bedarf: Eiersatz
2 große Zwiebel(n), geschälte, gehackte
125 g Butter
500 g Nüsse (Paranüsse), fein gemahlen
2 TL Thymian, getrockneter
4 EL Zitronensaft
1 Prise Muskatnuss
500g Gemischtes altes Brot, zu Krumen gemahlen (oder Paniermehl)
25 g Petersilie, gehackte
1 abgeriebene Zitronenschale, unbehandelte
1 TL Majoran, getrockneter
1 EL Zwiebeln, geriebene

Salz und Pfeffer
350 g Preiselbeeren, Glas
50 g Zucker
2 EL Portwein (bei Bedarf auch etwas mehr)

Mehl für die Arbeitsfläche
1 Prise Nelkenpulver
1 Prise Zimt
Wasser nach Bedarf


Zubereitung:

Den Backofen auf 200°C vorheizen.
Es werden zwei verschiedene Massen hergestellt, die beide in den Blätterteig gefüllt werden.

Die Paranussmasse:
Die Zwiebeln in etwas Butter anschwitzen und zur Seite stellen.
Die Paranüsse, 250g Brotkrumen, 1 TL Thymian, 3 EL Zitronensaft, 2 Eier, Muskat, Nelkenpulver und Zimt hinzufügen. Mit Salz und Pfeffer würzen.

Die Brotfüllung:
250g Brotkrumen, Petersilie, Zitronenschale, 1 EL Zitronensaft, jeweils 1 TL Thymian und Majoran, geriebene Zwiebel und 75 g Butter so lange miteinander vermischen bis ein weicher, nicht krümmeliger Teig entsteht. Sollte der Teig zu fest sein kann vorsichtig Wasser und Butter hinzugefügt werden. Nach Bedarf würzen.

Die beiden Rollen Blätterteig so übereinander legen, dass sie ein großes Rechteck bilden. Die Brotfüllung nun in die Mitte des Rechteckes legen und zu einer langen Rolle formen. Die Paranussmasse darüber häufen, sodass die Brotfüllung eingeschlossen ist.

Den Blätterteig parallel zur Füllung in schmale Streifen einschneiden und dann abwechselnd von links und von rechts je einen Streifen übereinander lappen, sodass ein Flechtmuster entsteht. Ein Ei mit etwas Salz vermengen und auf den Bratenlaib streichen.

Mindestens 30 Min. im heißen Backofen knusprig backen. Sobald der Blätterteig aufgegangen und schön gebräunt ist, kann er serviert werden.

Die Füllungen lassen sich gut auch am Vortag vorbereiten, nicht jedoch der fertige Braten, denn der Blätterteig wird beim erneuten Aufwärmen leicht matschig.

Die Sauce:
Die Preiselbeeren mit 8 EL Wasser in einen Topf geben. Zum Kochen bringen und etwas köcheln lassen. Den Zucker zugeben und so lange leicht kochen, bis er sich aufgelöst hat. Den Topf vom Herd nehmen und den Portwein hinzufügen. Gut umrühren.

Dazu passen natürlich Klöße jeder Art, oder mein Liebling: Mandelbutterkartoffeln. Dafür einfach in einer Pfanne reichlich Butter erhitzen, kräftige Prise Salz hinzufügen und danach Mandelsplitter. Wenn die Mandeln leicht gebräunt sind, wird die braune Mandelbutter auf die gekochten Kartoffeln gegossen .

Ich wünsche Ihnen ein besinnliches Weihnachtsfest, mit Köstlichkeiten auf dem Tisch und Liebe im Herzen. Auf das Sie mit diesem Braten das gleiche Staunen und Bewunderung bei Ihren Lieben erzeugen, wie ich es bei meiner Familie erfahren durfte.
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1 Kommentar
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Uschi Hahn aus Haselhorst | 20.12.2016 | 00:09  
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