Britta Niehaus ist Platzleiterin bei Cabuwazi

Britta Niehaus ist seit 13 Jahren beim Kinderzirkus Cabuwazi. (Foto: Ralf Drescher)

Alt-Treptow. Ein alter Bauwagen aus DDR-Zeiten ist seit 13 Jahren der Arbeitsplatz von Britta Niehaus. Sie ist Platzleiterin beim Kinderzirkus Cabuwazi an der Bouchéstraße. Für ihr Engagement wurde sie jetzt mit der Bürgermedaille des Bezirks ausgezeichnet.

"Während der Insolvenz des Vereins Cabuwazi hat Britta Niehaus bis an die Grenzen ihrer Kräfte gekämpft, um rund 600 Kindern ihre Freizeitangebote zu erhalten", sagte Bürgermeister Oliver Igel bei der Ehrung.Zum Kinderzirkus ist die diplomierte Sozialpädagogin auf Umwegen gekommen. Während ihres Studiums arbeitete sie in der damals zum Bezirksamt Treptow gehörenden Jugendeinrichtung auf der Insel der Jugend. "Bei der Einweihung des Jugendklubs ,Gerald Philipe’ hörte ich dann von der Jugendamtsleiterin, dass bei Cabuwazi ein Platzleiter gebraucht wird", erzählt die 45-Jährige.

Das war vor über 13 Jahren. Sie kam, sah und blieb. "Damals gab es dort ein nettes, aber chaotisches Team, die Artisten parkten ihre Autos gleich neben dem Zirkuszelt", erinnert sie sich.

An den Tag des Insolvenzantrags im Jahr 2010 erinnert sich Platzleiterin Niehaus mit Grausen. "Alle Mitarbeiter waren zur Personalversammlung geladen, der Insolvenzverwalter war gleich mitgekommen. Und am Nachmittag hatten wir eine lange geplante Vorstellung, weder unsere kleinen Artisten, noch die Besucher haben etwas von unserer Unruhe bemerkt", erzählt sie.

Inzwischen ist Cabuwazi wieder in sicherem Fahrwasser, dass Grundstück an der Bouchéstraße ist dauerhaft für den Kinderzirkus gesichert. Eine Folge der finanziellen Engpässe ist die dünne Personaldecke. "Ich bin eigentlich für fast alles verantwortlich", sagt Britta Niehaus. Einige Teilzeitkräfte, darunter ein Techniker und mehrere Trainer, sowie zwei "Bürgerarbeiter", unterstützen sie. Dafür hat sich die Zahl der Kinder seit ihrem Start bei Cabuwazi verdoppelt. Rund 360 Kinder sind angemeldet, weitere kommen im Rahmen von Schulprojekten. Ein Drittel der Kinder kommt inzwischen aus dem nur wenige Meter vom Zirkuszelt entfernten Neukölln, viele von ihnen haben einen Migrationshintergrund. Bis zu 10 000 Besucher sehen die Vorstellungen der Nachwuchsartisten jedes Jahr.

Artistin ist Britta Niehaus trotz der vielen Jahre beim Zirkus nicht geworden. "Ich habe mal für eine Weihnachtsshow Stelzenlauf und Trampolinspringen trainiert. Aber für regelmäßiges Training bleibt eigentlich keine Zeit", verrät sie.

Vorschläge für eine Auszeichnung mit der Bürgermedaille kann übrigens jedermann einreichen. Geehrt werden Ehrenamtliche und engagierte Menschen aus Bereichen wie Jugendarbeit, Kultur oder Sport. Vorschläge mit ausführlicher Begründung bitte an Bürgermeister Oliver Igel, Rathaus Köpenick, Alt-Köpenick 21, 12555 Berlin.

Wissenswertes zum Kinderzirkus unter www.cabuwazi.de

Ralf Drescher / RD
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