Hochhaus-Gegner demonstrierten im Rathaus Treptow

Protest gegen die vom Bezirk gewünschte Spreeuferbebauung. (Foto: Ralf Drescher)

Alt-Treptow. Seit ein paar Wochen sind die Pläne für das letzte freie Grundstück am Treptower Spreeufer öffentlich. Weil es Gesprächsbedarf von Anwohnern gab, lud Investor Agromex kürzlich zu einer Präsentation ins Treptower Rathaus ein.

Gekommen waren dazu vor allem einige Gegner der Spreeuferbebauung. In Anlehnung an Kampagnen am gegenüberliegenden Friedrichshainer Ufer - Stichwort "Mediaspree versenken" - macht Bürgerinitiative "Karla Pappel" seit Wochen gegen die Baupläne mobil. Rund 15 Mitglieder der Gruppe waren zum Demonstrieren ins Rathaus gekommen und versuchten die Präsentation zu stören. Theatralisch deckten einige Protestler das Modell der beiden geplanten Wohnhochhäuser und des Hotels ab. "Sie mauern uns zu", sagte eine der Anwohnerinnen.Für Franz Rembold, Geschäftsführer des Investors Agromex, ist der Protest nichts Neues. Bereits zum vom Unternehmen ausgelobten Architekturwettbewerb gab es erste Widersprüche (Berliner Woche berichtete). An einer Mitwirkung an der Planung sind die Karla-Pappel-Aktivisten aber kaum Interessiert. "Wir fordern die kalte Enteignung des Investors" schreiben die Aktivisten auf ihrer Internetseite www.karlapappel.wordpress.com.

Trotzdem versuchte Agromex-Chef Rembold den Dialog. Er argumentierte: "Wir müssen in Berlin über jede Wohnung, die gebaut wird, froh sein". Obwohl seine Argumente nicht auf offene Ohren stießen, will Agromex weiter mit Anwohnern im Gespräch bleiben.

Bezirksamt und Bezirksverordnete haben das Projekt mit den bis zu 110 Meter hohen Gebäuden bereits begrüßt. Jetzt wird an einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan gearbeitet, mit dem Agromex auf Grundlage der Ergebnisse des Architekturwettbewerbs Baurecht erhalten soll.

Wissenswertes zum Bauvorhaben unter www.fanny-zobel-strasse.de

Ralf Drescher / RD
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