Künstler sorgt für ungewöhnliche Fassade

Das Blumenhaus an der Martin-Hoffmann-Straße. (Foto: Ralf Drescher)

Alt-Treptow. Eigentlich ist das Gebäude an der Martin-Hoffmann-Straße ein ganz normales Ärztehaus. Wenige Meter neben dem Allianz-Tower könnte es nun der neue Blickfang von Alt-Treptow werden.

Dafür sorgt die Plastik "Heilkräuter" des Pop-Art-Künstlers Sergej Alexander Dott. Der hat das Haus mit zehn bis zu zwölf Meter hohen Skulpturen, die blühende Heilpflanzen darstellen, geschmückt. Die Stiele sind aus Stahlrohr, die Blüten selbst aus glasfaserverstärktem Polyesterharz, gefertigt wie im Bootsbau. "Wir haben erst Formen aus Holz gemacht. Für ein Blütenblatt brauchten wir vier Schichten, die nacheinander aus Glasmatten und Kunstharz hergestellt wurden. Jede Schicht musste einen Tag lang trocknen, mit fünf Kollegen haben wir für das Kunstwerk rund ein halbes Jahr gebraucht", erzählt Klaus Lipke, der für Dott das Technische erledigt.

Die Blüten haben bis zu fünf Meter Durchmesser, eine einzelne Pflanzennachbildung des Gesamtkunstwerks wiegt 600 Kilogramm. Damit das Haus die sechs Tonnen schwere Plastik tragen kann, mussten im Innern Stahlträger eingezogen werden.

Die Berliner Sparkling AG, der das Ärztehaus gehört, hat sich die Kunst am Bau rund 200 000 Euro kosten lassen. "Kunst ergibt auch einen ökonomischen Sinn. Der Baukörper wird Teil des Gesamtkunstwerks, womit sich Anwohner, Nutzer und Eigentümer besonders stark identifizieren können", sagt Christian Kunzendorf, Vorstand der Sparkling AG.

Künstler Dott hat bereits mehrfach mit ungewöhnlichen Kunstharzplastiken auf sich aufmerksam gemacht. So hängte er 1999 am Senefelderplatz eine rote Kuhherde an eine Brandmauer und 2003 dekorierte er den Potsdamer Platz zu dessen fünften Geburtstag mit 80 leuchtenden Riesenrosen.

Die zehn Blüten vom "Blumenhaus" sind übrigens noch zu haben, allerdings nur ideell. Für einen Betrag ab 1000 Euro können Kunstfreunde "ihre" Blume ersteigern. Die bleibt natürlich am Haus, weist aber auf einer Messingtafel künftig auf den Sponsor hin. Das Geld fließt aber nicht etwa nachträglich in das Projekt, sondern wird in Zusammenarbeit mit dem bezirklichen Kulturamt zur Förderung der Lithografiewerkstatt Treptow, des Figurentheaters Grashüpfer, der Kleinkunstbühne Corbo und des Industriesalons Schöneweide genutzt.

Wie Sie spenden können, steht unter www.riesenblumen.de.

Ralf Drescher / RD
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