Ordnungsamt will Verstöße konsequenter ahnden

Die Zahl der Verbotsschilder im Treptower Park wird deutlich erhöht. (Foto: Ralf Drescher)

Alt-Treptow. Seit fast einem Jahr gilt im Treptower Park ein Grillverbot. Nachdem es 2012 jedoch zu zahlreichen Verstößen kam, will der Bezirk das Verbot jetzt konsequent durchsetzen.

"Von April 2012 bis zum Saisonende hatten Mitarbeiter insgesamt 186 Verstöße registriert", erzählt Michael Grunst, der seit Oktober das Ordnungsamt leitet.Im Vorfeld der neuen Saison gab es nun Kontakte mit dem Bezirksamt Mitte, das beim Grillverbot im Tiergarten ähnliche Probleme bewältigen muss. "Wir beziehen den Integrationsbeauftragten unseres Bezirks ein, um das überwiegend ausländische Klientel der Griller anzusprechen", sagt Grunst. In Anlehnung an Informationsmaterialien, die im vorigen Jahr im Tiergarten verteilt worden sind, druckt Treptow-Köpenick ebenfalls Flyer. Die sind in Deutsch, Russisch, Englisch, Türkisch und Arabisch abgefasst.

Die Mitarbeiter werden zurzeit noch geschult, damit sie Eskalationen mit erbosten Grillern wirksam begegnen können. Im vorigen Jahr war ein Außendienstmitarbeiter des Ordnungsamts im Treptower Park mit einem Messer bedroht worden. "In diesem Jahr haben wir bei unseren Streifen dort die Polizei mit im Boot, Unterstützung ist bereits zugesagt. Ab Mitte April bis zum Saisonende sind wir bei Grillwetter am Wochenende mit zwei bis drei Streifen im Treptower Park unterwegs", sagt Amtsleiter Michael Grunst.

Das Grillverbot gilt für den gesamten Treptower Park, nicht nur für die frühere Grillwiese an der Bulgarischen Straße. In den kommenden Tagen wird die Zahl der Verbotsschilder noch sichtbar erhöht. Ab März werden auch die entsprechenden Infoflyer an Spaziergänger verteilt.

Wer von den Ordnungsamtsmitarbeitern trotz Verbot beim Brutzeln ertappt wird, muss seinen Grill sofort abbauen, die Personalien angeben und zahlt außerdem 20 bis 35 Euro Verwarngeld. Wiederholungstäter sind dann schon mit rund 100 Euro dabei.

Mit dem Verweis darauf, dass der Treptower Park ein Gartendenkmal ist, hatte der Bezirk ab 1. April 2012 das mehrere Jahre zugelassene Grillen wieder abgeschafft. Vor allem Spaziergänger hatten sich über die Rauchschwaden am Spreeuferweg beschwert. Allein die Müllberge, die nach einem Grillwochenende von Mitarbeitern des Grünflächenamts weggeräumt werden mussten, hatten den Bezirk pro Saison rund 60 000 Euro gekostet.


Ralf Drescher / RD
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