Ehrung für einen mutigen Retter

Bernhard Langwaldt brachte 80 Kinder in Sicherheit. (Foto: Ralf Drescher)

Alt-Treptow. Vor 65 Jahren erschütterte ein mächtiger Knall das Umfeld des Treptower Hafens. Am 5. Juli 1951 explodierte der Motor im Maschinenraum des Dampfers „Heimatland“.

Beim größten Schiffsunglück in der Berliner Geschichte starben 28 Kinder und zwei Erwachsene, die mit dem Motorschiff auf dem Weg zu den Ferienspielen in Hessenwinkel waren. Der Tag des Unglücks wurde gleichzeitig zum Tag der mutigen Retter. Arbeiter sprangen von einer nahen Brückenbaustelle ins Wasser, ein Strommeisterboot und selbst Angelkähne eilten herbei. Und Kapitän Bernhard Langwaldt. Der steuerte sein Fahrgastschiff „Elfriede“ kurz hinter dem Unglücksdampfer. Obwohl es verboten war, sich mit einem besetzten Fahrgastschiff einer Unglücksstelle zu nähern, fuhr er dicht an das brennende Wrack heran. Kapitän Langwald und sein Bootsmann konnten rund 80 Kinder retten.

Jetzt hat der Retter von 1951 seine eigene Straße, wenige Meter von der einstigen Unglücksstelle entfernt. Der frühere Parkweg, der am S-Bahnhof Treptower Park über die Fußgängerbrücke nach Stralau führt, hat jetzt seinen Namen erhalten. „Mein Mann würde sich wirklich freuen, wenn er uns aus dem Himmel bei der Namensgebung zuschauen könnte“, sagte Witwe Irmgard Langwaldt (81). Die Seniorin durfte gemeinsam mit Bürgermeister Oliver Igel (SPD) und BV-Vorsteher Peter Groos (Bündnis 90/Grüne) die Hülle vom Straßenschild ziehen.

Der Bezirk Treptow-Köpenick sorgt seit vielen Jahren dafür, dass das schreckliche Geschehen nicht in Vergessenheit gerät. Direkt an der Unglücksstelle am Treptower Hafen befindet sich ein Gedenkstein. Hier wurden in den letzten Jahren mehrfach Gedenkveranstaltungen abgehalten. Die meisten der beim Unglück Verstorbenen liegen in einem gemeinsamen Grab auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde im Nachbarbezirk Lichtenberg.

Die Unglücksursache stand damals schnell fest. Der Schiffsführer der "Heimatland" hatte statt des defekten Dieselmotors einen Benzinmotor eingebaut und ungeprüft in Betrieb gesetzt. Deshalb mussten 30 Menschen sterben. RD
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