Wohnungsgesellschaft Degewo will Flüchtlinge und Berliner zusammenbringen

So könnte es später einmal in Altglienicke aussehen. (Foto: Degewo/tafkaoo architects)
Berlin: Degewo Bau |

Altglienicke. Wohnungsbau kann zur Integration von Flüchtlingen beitragen. Wie dies möglich ist, zeigt das Berliner Wohnungsunternehmen Degewo mit dem Modellvorhaben Tolerantes Miteinander (ToM).

Noch in diesem Jahr wird Baustart für 166 Wohnungen sein, von denen die Hälfte an geflüchtete Menschen mit Bleiberecht vermietet werden soll. „Über Notunterkünfte hinaus liegt die Aufgabe in der Wohnraumversorgung und Integration derjenigen, die auf Dauer in Deutschland bleiben werden, auch bei uns“, sagt Degewo-Vorstand Christoph Beck.

Das kommunale Wohnungsunternehmen setzt bei dem Modellvorhaben an der Schönefelder Chaussee/Ecke Wegedornstraße auf ein besonderes Konzept. Integration und die Beteiligung von Mietern und Anwohnern standen von Anfang an im Mittelpunkt der Planung. So entstehen in dem acht Wohngebäude umfassenden Neubauquartier neben 166 Wohnungen auch ein Anwohnercafé, mehrere Gemeinschaftsräume, Mietergärten und ein Integrationsbüro. Als weiterer Baustein für die Integration kommt eine Kindertagesstätte hinzu, die Mietern wie Anwohnern aus der Nachbarschaft offen steht. Zwei Sozialarbeiter sollen nachbarschaftliche Aktivitäten initiieren, Patenschaften zwischen den Mietern organisieren oder bei Behördenangelegenheiten helfen. Unterstützt werden sie dabei vom Quartiersmanagement. Die Fertigstellung der Neubauten ist für Sommer 2018 geplant.

„Wir wollen die Quartiere durchmischen und den Austausch fördern, damit keine Parallelgesellschaften entstehen“, begründet Christian Glaubitz, Leiter des Degewo-Kundenzentrums in Köpenick, die Entscheidung. Das Kundenzentrum wird bei der Vermietung auf eine funktionierende Mieterstruktur achten. Von den Heimatsuchenden werden eine hohe Integrationsbereitschaft und Grundkenntnisse der deutschen Sprache erwartet. Aber auch die künftigen Mieter deutscher Herkunft sollten an einer interkulturellen Nachbarschaft interessiert sein.

Die Neubauten an der Schönefelder Chaussee werden zu 100 Prozent aus Mitteln des Wohnungsbauprogramms des Landes Berlin gefördert, sodass bei den Wohnungen eine Nettokaltmiete von durchschnittlich 6,50 Euro je Quadratmeter nicht überschritten wird.

Bereits im Vorfeld arbeitet das Wohnungsunternehmen mit dem Internationalen Bund zusammen, der das Projekt in sozialer Hinsicht betreuen wird. Die Degewo mit berlinweit 75 000 Wohnungen wird in den nächsten zehn Jahren 22 000 neue Wohnungen bauen oder durch Zukauf übernehmen. Allein in diesem Jahr beginnt das Unternehmen mit der Errichtung von 2100 Wohnungen. RD
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