Bürgerverein betreibt seit 2006 ein kleines Museum in Altglienicke

Ingo Drews vom Bürgerverein mit einem Fenster aus der früheren Aula der Altglienicker Schule. (Foto: Ralf Drescher)
Berlin: Bürgerhaus Altglienicke |

Altglienicke. Nur wenige Ortsteile, darunter Müggelheim und Adlershof, haben eine heimatgeschichtliche Sammlung. Seit 2006 gibt es auch das Heimatmuseum Altglienicke.

Träger ist der Bürgerverein Altglienicke. Der hatte die Ausstellung die ersten Jahre im Wasserturm an der Schirnerstraße präsentiert. Seit 2016 hat das Museum nun im Bürgerhaus Altglienicke an der Ortolfstraße eine neue Heimat gefunden.

Ausgestellt ist dort vieles, was an die Geschichte des bereits 1375 in Landbuch Kaiser Karls IV. als Glyneke erwähnten Ortsteils erinnert. Zu sehen sind die originalen Ausstattungen früherer Kaufmannsläden, ausstaffiert mit Konserven, Spirituosen und andern „Waren des täglichen Bedarfs“ aus DDR-Zeiten. Thema der Ausstellung ist auch die Mauer, die von 1961 bis 1989 Altglienicke von den Nachbarn in Rudow trennte. Für ein ganz besonderes Stück mussten sich die Leute vom Bürgerverein sogar in der Nacht auf die Spur machten. Es ist ein Teil des berüchtigten Spionagetunnels, den Amerikaner und Briten während des Kalten Kriegs bis zur Schönefelder Chaussee gebuddelt hatten, um den Telefonverkehr der sowjetischen Besatzer abzuhören. Der Tunnel war 1956 entdeckt worden, er wurde aber erst beim Autobahnbau am Anfang dieses Jahrhunderts ausgegraben.

Besucher erfahren auch Wissenswertes zum am Ende der DDR noch im Bau befindlichen Kosmosviertel. Heute wohnt dort rund ein Viertel der 28 000 Einwohner des Ortsteils.

Viele Ausstellungsstücke haben Altglienicker spendiert. Zahlreiche Fotos, darunter Bilder vom Abriss der Mauer, stammen aus den Archiven von Vereinsmitgliedern. Das Heimatmuseum Altglienicke im Bürgerhaus, Ortolfstraße 182, ist an jedem letzten Sonntag des Monats von 14 bis 18 Uhr geöffnet, die nächsten Termine sind der 26. Februar und der 26. März. Künftig soll es zu den Öffnungszeiten auch kulturelle „Beigaben“ wie Lesungen und kleine Konzerte geben. Der Eintritt zur Ausstellung ist frei, Spenden sind willkommen.RD
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