Wie Familie Schwarz wegen einer Zuzahlung einen sicher geglaubten Kita-Platz wieder verlor

Christian und Dajana Schwarz glaubten den Kita-Platz für ihren zweijährigen Sohn schon sicher zu haben. Da sie aber im Vertrag einer zusätzlichen monatlichen Zahlung nicht zustimmten, war der Platz wieder weg. (Foto: hari)

Biesdorf. Kita-Träger bieten Eltern immer öfter zusätzliche kostenpflichtige Leistungen an. Wer die Annahme verweigert, riskiert den Kita-Platz. So ist es zumindest der Familie Schwarz aus dem Neubaugebiet an den Schmetterlingswiesen ergangen.

Dajana und Christian Schwarz wohnen seit dem vergangenen Jahr am Lindenschwärmerweg in einem neuen Reihenhaus. Für ihren zweijährigen Sohn machten sie sich auf die Suche nach einer Kita in Wohnortnähe. Und wie der Zufall es will, baut die BIP Mehlhornschulen Gesellschaft für Kreativitätspädagogik gerade in der Nachbarschaft eine Kita, die im Frühjahr 2017 eröffnet werden soll.

Die Eltern stellten im April 2015 einen Antrag auf einen Kita-Platz, der vom Träger wiederholt bestätigt wurde. Alles schien gut. Bis Anfang Oktober der Kita-Vertrag unterschrieben werden sollte. Darin sollte sich das Ehepaar zur Zahlung eines monatlichen Beitrags von 50 Euro für Zusatzleistungen wie den Einsatz von Schauspielern oder Künstlern, den Ankauf von Tablets oder PCs und die Bereitstellung von Tanz- und Bewegungsräumen bereiterklären.

„Wir sahen das nicht ein. Das war uns zu unkonkret“, sagt Dajana Schwarz. Die Eltern machten kein Kreuz bei der Zuzahlung und schickten den Vertrag unterschrieben zurück. Wenige Tage später erhielten sie die Nachricht, dass ihr Kita-Platz inzwischen an ein Geschwisterkind vergeben wurde.

Dajana und Christian Schwarz vermuten indes, dass das fehlende Kreuz bei den Zuzahlungen zur Absage geführt hat. Dabei ist das Ehepaar sogar bereit, die 50 Euro zusätzlich pro Monat zu zahlen, nur um den Kita-Platz zu bekommen. Bei der BIP-Geschäftsführung fanden sie allerdings kein Gehör mehr.

„Bei uns haben Geschwisterkinder grundsätzlich Vorrang“, teilt BIP-Geschäftsführerin Janine Luther auf eine Anfrage der Berliner Woche schriftlich mit. Außerdem sei Voraussetzung für die Zusammenarbeit, dass die Eltern das pädagogische Konzept der Kita akzeptierten. Dieses hätten die Eltern jedoch abgelehnt.

Den Vorrang von Geschwisterkindern bestätigt auch Familien- und Jungendstadträtin Juliane Witt (Die Linke). Für die Prüfung des konkreten Falles sei die Senatsverwaltung für Bildung und Jugend zuständig.

„Eltern müssen jederzeit die Möglichkeit haben, auf zusätzliche kostenpflichtige Angebote zu verzichten“, erkärt Ilja Koschembar, Pressesprecher der Senatsverwaltung, gegenüber der Berliner Woche. Ob die BIP unter anderem diese Regel verletzt hat, will die Senatsverwaltung prüfen. hari
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Normen Schoene aus Marzahn | 09.11.2016 | 10:59  
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