Ein zweiter Name für Schloss Biesdorf?

Schloss Biesdorf ist rekonstruiert. Mit dem Namen Heino-Schmieden-Bau könnte der Bezirk auch mit seiner architekturgeschichtlichen Bedeutung werben. (Foto: hari)
Berlin: Schloss Biesdorf |

Biesdorf. Schloss Biesdorf steht nach seiner Rekonstruktion seit dem vergangenen Jahr in alter Schönheit da. Seinen Platz in der Berliner Architekturgeschichte hat es aber noch nicht zurück.

Dieser Auffassung sind eine Reihe namhafter Berliner Architekturhistoriker und die Stiftung Ost-West-Begegungsstätte Schloss Biesdorf. Sie schlagen vor, das Schloss mit dem Namen „Heino-Schmieden-Bau“ zu versehen. Das soll das Gebäude in Berlin und auch über die Hauptstadt hinaus stärker ins Gespräch bringen.

Der Vorschlag liegt seit mehreren Jahren auf dem Tisch, aber nichts rührt sich. Seit dem vergangenen Jahr hat unter der Regie der Grün Berlin GmbH das Zentrum für Kunst und öffentlichen Raum im Schloss seinen Sitz. Name und Konzept sind im Bezirk umstritten und beide werden in der Berliner Öffentlichkeit bisher kaum wahrgenommen. Die Besucherzahlen bleiben weit hinter den Erwartungen zurück.

Turmvilla bekannter machen

Heino Schmieden (1835-1913) war mehrere Jahrzehnte Partner von Martin Gropius (1824-1880). Beide gelten als die bedeutendsten Vertreter der spätklassizistischen Architektur in Berlin.

Aus Sicht Berliner Architekturhistoriker wie Wolfgang Schäche ist ohnehin mit einigen Irrtümern aufzuräumen: Das Gebäude sei kein „Schloss“, sondern eine klassizistische Turmvilla. Diese habe aber einen herausragenden architekturgeschichtlichen Wert.

Den Vorschlag, das Gebäude nach Heino Schmieden zu benennen, machte erstmals im Herbst 2013 anlässlich des Tages des offenen Denkmals im Schloss Joerg Haspel, Landeskonservator und Leiter des Berliner Denkmalamtes, öffentlich. „Das würde das Gebäude aus einer Vielzahl von Berliner Denkmaladressen hervorheben“, erklärt er auf Anfrage der Berliner Woche.

Diskussion anschieben

Dieser Meinung ist auch die Stiftung Ost-West-Begegnungsstätte Schloss Biesdorf. Die Stiftung brachte den Prozess in Gang, an dessen Ende die Restaurierung des Gebäudes stand. Sie gab im Mai vergangenen Jahres der Bezirksverwaltung einen Beschluss zur Kenntnis, mit dem die Mitgliederversammlung den Vorschlag unterstützt. Allerdings möchte die Stiftung nicht auf den vertrauten Namen „Schloss Biesdorf“ verzichten, sondern diesen durch die Bezeichnung „Heino-Schmieden-Bau“ ergänzen.

Bisher wurde der Vorschlag weder im Bezirksamt noch mit dem Betreiber diskutiert. „Ich halte es für wichtig, Schloss Biesdorf in den nächsten drei Jahren zu etablieren“, sagt Kultur- und Immobilienstadträtin Juliane Witt (Die Linke). Dazu brauche es viele gute Ausstellungen und eine gute Qualität der Öffentlichkeitsarbeit. hari
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Margitta Wojahn aus Marzahn | 08.02.2017 | 11:49  
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