Bündnisgrüne fordern mehr Nachpflanzungen von Straßenbäumen

Inka Seidel-Grothe (Bündnis 90/Die Grünen) protestierte zusammen mit Mitgliedern und Sympathisanten am S-Bahnhof Biesdorf gegen den Kahlschlag bei Straßenbäumen. (Foto: Lüssow)

Marzahn-Hellersdorf. Zum Großteil besteht die grüne Lunge einer Großstadt aus Straßenbäumen. Über deren Zustand im Bezirk gibt es keine klaren Auskünfte. Ihren Unmut darüber taten die Bündnisgrünen beim sogenannten Parking-Day in Biesdorf kund.

Ein Parkplatz am S-Bahnhof Biesdorf wurde einige Stunden „besetzt“ und mit Teppichen zu einem Wohnzimmer umgestaltet. „In unserem Bezirk möchten wir speziell auf den Verlust von Grünflächen und Straßenbäumen hinweisen“, sagt Inka Seidel-Grothe, Direktkandidatin der Partei zur Bundestagswahl im Bezirk und Mitglied des Kreisvorstandes.

Es existiert zwar für den Bezirk ein Baumkataster, in dem alle Straßenbäume im Bezirk verzeichnet sind. Es gibt aber keine Statistik über die gefällten und nachgepflanzten Straßenbäume für den Zeitraum von 2014 bis 2016. „Aufgrund von Personalmangel wurde diese Statistik nicht geführt“, erklärt Verkehrsstadtrat Johannes Martin (CDU).

Im gesamten Bezirk gibt es rund 100 000 Bäume auf öffentlichen Flächen. Knapp die Hälfte davon sind Straßenbäume. Über 40 Prozent dieser Bäume weisen geringere Schädigungen auf. Jeder fünfte Baum ist bereits stark geschädigt. Die häufigsten Ursachen sind Salzschäden, Austrocknung und unter anderem Pilzbefall.

Durch das Fällen von Bäumen auf Privatgrundstücken verlor Marzahn-Hellersdorf im vergangenen Jahr 1800 Bäume. In weiteren 50 Fällen erteilte das Grünflächenamt keine Genehmigung. Die allermeisten Antragssteller entscheideten sich für Ersatzpflanzungen. Wer das nicht will, zahlt für Ausgleichsmaßnahmen auf öffentlichen Flächen. 2016 gingen auf diese Weise rund 530 000 Euro beim Straßen- und Grünflächenamt ein.

Nachpflanzungen von Straßenbäumen hat es zuletzt nur im Rahmen der Berliner Stadtbaumkampagne gegeben. Dem Bezirk wurde in den Jahren 2015 und 2017 die Pflanzung von jeweils 150 Bäumen angeboten. Er meldete hierfür aber nur jeweils 100 Standorte. „Unsere Bezirksverordneten werden darauf achten, dass das Bezirksamt Nachpflanzungen auch tatsächlich umsetzt. Auf Landesebene werden wir die Stadtbaumkampagne ausweiten“, erklärt Seidel-Grothe. hari
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