Fertigstellung verzögert sich um mindestens ein Jahr

Der Innenausbau von Schloss Biesdorf befindet sich in der Vorbereitung. Hierbei fällt massenweise Schutt an. (Foto: hari)

Biesdorf. Der Wiederaufbau von Schloss Biesdorf wird erheblich länger dauern als ursprünglich geplant. Verbunden damit sind auch Mehrkosten für den Bezirk in fünfstelliger Höhe.

Die Pannen bei der Rekonstruktion von Schloss Biesdorf reißen nicht ab. Immobilienstadtrat Stephan Richter (SPD) teilte jetzt mit, dass das Haus voraussichtlich erst im April 2016 vollständig fertig sein wird, statt wie geplant im April 2015.

Im September vergangenen Jahres verzögerte die zunächst gescheiterte deutschlandweite Ausschreibung den Baubeginn. Das Bauamt musste umplanen und so wurde wegen des nahenden Winters nicht mit den Dacharbeiten, sondern mit der Umgestaltung der Innenräume begonnen. Noch während im Oktober die ersten bauvorbereitenden Maßnahmen begannen, läutete es schon wieder Alarm: Die Kellerdecken sind während des Zweiten Weltkrieges zum Bombenschutz erheblich verstärkt worden, was die Arbeiten erschwert.

Die Kosten der Schloss-Rekonstruktion einschließlich des Umbaus zum Galerie-Betrieb wurden vor Baubeginn auf rund 8,7 Millionen Euro beziffert. Die Finanzierung sollte mit je 3,5 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Kulturfonds und aus Lotto-Mitteln sowie einem Eigenanteil von Marzahn-Hellersdorf von rund 1,7 Millionen Euro erfolgen.

Die Fördergelder stehen jedoch laut Bescheid nur bis Ende 2015 zur Verfügung. Das Geld muss bis dahin verbaut sein. Das Bauamt schlug deshalb vor, die Fördermittel nur für den Rohbau und die Innenausbauten einzusetzen. Das Schloss könnte dann 2015 übergeben und für den Galeriebetrieb vorbereitet werden.

Bei Beginn des Galeriebetriebs stünde das Schloss zwar dann noch ohne neue Fassade da. Die Förderbedingen wären aber erfüllt. Grünes Licht für diesen Plan gibt es erst einmal nur vonseiten der Senatsverwaltung für Kultur. Eine Entscheidung der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin steht noch aus.

Allerdings sind mit dieser Umplanung weitere Kosten verbunden. Das Geld hat Marzahn-Hellersdorf beizusteuern. Der Anteil an den Baukosten würde sich auf rund 2,5 Millionen Euro erhöhen. "Das Geld muss zusätzlich aus dem bezirklichen Haushalt bereitgestellt werden", sagt Richter.


Harald Ritter / hari
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