Anwohner fühlen sich durch Konzerte belästigt

Gerd Höhn und Gerald Schulze-Karau wollen den Musiklärm von der Parkbühne nicht mehr dulden. (Foto: hari)

Biesdorf. Die Parkbühne im Schlosspark ist einer der wichtigsten Veranstaltungsorte im Bezirk. In jedem Sommer finden fast an jedem Wochenende zumeist lautstarke Musikveranstaltungen statt.

Des einen Freud, kann bekanntlich des anderen Leid sein. Das trifft im Fall der Parkbühne auf eine Reihe von Anwohnern zu. Zum Ende dieses Sommers wandten sich einige Bewohner des Wildrosenweges wegen der Lärmbelästigung durch Veranstaltungen auf der Parkbühne an die Berliner Woche. "Wir wissen nicht mehr ein noch aus", sagt Gerd Höhn. Der 85-Jährige wohnte seit 20 Jahren in einem der Altneubau-Blöcke westlich des Biesdorfer Parks. Die Belästigung durch Konzerte auf der Parkbühne an den Wochenenden sei unerträglich. Bereits die Lautstärke der Soundchecks um die Mittagszeit mache die Bewohner des Wildrosenweges mürbe.

"Mir ist von den Bässen manchmal richtig übel", sagt Ursula Engeldhardt. Sie wohnt mit ihrem Mann seit 13 Jahren in einer Wohnung im Wildrosenweg. Bisher habe keine Beschwerde beim Bezirksamt oder bei den Veranstaltern etwas gebracht. "Da hilft nur eine Mietminderung. Der Vermieter wird sich das Geld schon vom Bezirksamt zurückholen", stellt Gerald Schulze-Karau, ein weiterer Mieter im Wildrosenweg, lakonisch fest. Die Beschwerdeführer gehen davon aus, dass alle rund 180 Mieter in den Häusern im Wildrosenweg von dem Lärm erheblich betroffen sind.

"Bei uns liegt in diesem Jahr eine einzige Beschwerde wegen des Musiklärms auf der Parkbühne vor", sagt Christian Gräff (CDU), Stadtrat für Stadtentwicklung. Im vergangenen Jahr seien es zwei gewesen. Betroffene können bei Lärmbelästigung die Polizei rufen oder sich auch direkt an das zuständige Umweltamt wenden. Dieses ist verpflichtet, die Einhaltung von Grenzwerten zu kontrollieren. "Die Lärmbelastung bewegt sich innerhalb der gesetzlichen Vorgaben", sagt Gräff.

Das Bezirksamt bemühe sich, durch hohe Auflagen für die Veranstalter die Lärmbelästigung so gering wie möglich zu halten, erläutert Gräff. Beispielsweise erteilte das Bezirksamt in diesem Sommer den Veranstaltern von "Rock im Grünen" keine Genehmigung, die Konzerte über 22 Uhr hinaus zu verlängern. Und Soundchecks seien während der Mittagsruhe von 13 bis 15 Uhr untersagt.


Harald Ritter / hari
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