Lokale Firmen hoffen auf Aufträge beim Schlossaufbau

Raik Mandel bewirbt sich mit seiner Bautenschutz-Firma um Aufträge bei der Rekonstruktion von Schloss Biesdorf. (Foto: hari)

Biesdorf. Die Arbeiten zur Rekonstruktion von Schloss Biesdorf haben begonnen - trotz des Scheiterns der europaweiten Ausschreibung. Firmen aus Marzahn-Hellersdorf kommen aber jetzt zum Zuge und ihre Chancen stehen gut, weitere Aufträge zu erhalten.

Nachdem die Kaulsdorfer Stratief GmbH im Oktober den Auftrag für die Einrichtung der Baustraße übernahm, sind auch Gespräche zwischen dem Bezirksamt und anderen Firmen aus Marzahn-Hellersdorf über Aufträge bei der Schlosssanierung in Gang gekommen. Grund ist das Scheitern der Ausschreibung. Es fand sich europaweit keine Firma, die die Verantwortung für den gesamten ersten Bauabschnitt übernehmen wollte. "Das wundert mich nicht. Ein solches Projekt ist kompliziert und birgt viele Risiken in sich", sagt Raik Mandel, Geschäftsführer und Inhaber von Bautenschutz Raik Mandel in Kaulsdorf.

Eine Bewerbung ohne direkte Anbindung an einen Generalauftragnehmer wäre aber nicht möglich und auch nicht sinnvoll gewesen. Daher habe er sich auch mit an der europaweiten Ausschreibung beteiligt. "Da bleibt zu viel unklar und meine Risiken wachsen ins Unermessliche", sagt er.

Erst aufgrund des Artikels über das Scheitern der europaweiten Ausschreibung in der Berliner Woche habe er sich mit dem Bezirksamt in Verbindung gesetzt und sich um den Auftrag zur Abdichtung des Mauerwerks beworben. "Fast jeden Tag fahre ich am Schloss vorbei und solch ein Auftrag wäre eine schöne Referenz", sagt er.

Nach dem Scheitern der Ausschreibung hat das Bezirksamt das Recht, die Aufträge "freihand" zu vergeben. Es wandte sich direkt an Firmen der Region, bezog auch den Marzahn-Hellersdorfer Wirtschaftskreis ein. "Wir haben unsere Mitglieder informiert und auch andere Kontakte genutzt", sagt MHWK-Geschäftsführer Ulrich Fehrmann. Im kommenden Jahr, zur Vorbereitung der weiteren Bauabschnitte, werde es im Vorfeld Gespräche mit dem Bezirksamt geben.

Bei der Berliner Handwerkskammer sind vielfach Klagen von kleinen und mittelständischen Unternehmen bekannt, dass diese bei großen Ausschreibungen kaum eine Chance haben. "Wir versuchen seit Jahren die Politik für das Problem zu sensibilisieren", erklärt Wolfgang Rink, stellvertretender Pressesprecher der Handwerkskammer.


Harald Ritter / hari
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