Schloss Biesdorf: Panne bei der Ausschreibung

Das Kopfsteinpflaster der Zufahrt zum Schloss wird Ende Oktober mit Bitumen übergossen, um eine Baustraße zu schaffen. (Foto: hari)

Biesdorf. Mit einer Panne hat die Rekonstruktion von Schloss Biesdorf begonnen. Bei der deutschlandweiten Ausschreibung der ersten Bauaufträge fand sich keine Firma.

Von Ende August bis Mitte September lief die deutschlandweite Ausschreibung des ersten Bauabschnitts. Er umfasst den Abriss des Daches und das Anlegen einer Baustraße. Ende September sollte dann die erste Bauphase beginnen. Da das bezirkliche Bauamt nicht genügend Mitarbeiter hat, wurde die Auftragsvergabe an die Kondius AG abgegeben. Die Berliner Firma hat sich auf die Projektsteuerung von Bauvorhaben spezialisiert. Warum die deutschlandweite Suche scheiterte, dazu wollte sich auf Nachfrage der Berliner Woche kein Kondius-Vertreter äußern.

Auch Immobilienstadtrat Stefan Richter (SPD) schweigt dazu. Er hat lediglich Vermutungen und spricht von zwei verschiedenen Listen. "Kondius hat eine andere Liste mit Baufirmen als die Bauverwaltung des Senats", erläutert er. "Vielleicht wären wir mit der Liste des Senats weitergekommen", sagt er.

Nach dem Scheitern der deutschlandweiten Ausschreibung durfte der Auftrag jetzt frei vergeben werden. Mitte Oktober erhielt eine Baufirma aus dem Raum Cottbus den Zuschlag.

Die gescheiterte Ausschreibung hat den Zeitplan durcheinandergewirbelt. Aufgrund des herannahenden Winters ist der Dachabriss nicht mehr zu schaffen. Lediglich beim Umbau der Schlosszufahrt zu einer Baustraße bleibt es. Ende Oktober soll das Kopfsteinpflaster mit einer Bitumendecke überzogen werden. Zudem soll die Firma statt des Dachabrisses Decken und Zwischenböden im Schloss entfernen. Doch auch diese Arbeiten drohen sich zu verzögern. "Die Kellerdecke ist vor dem Zweiten Weltkrieg für den Luftschutz auf einen Meter verstärkt worden", erklärt Richter. Ein Schadstoffgutachten musste in Aufrag gegeben werden. Die Ergebnisse liegen noch nicht vor.

Die Rekonstruktion des Schlosses soll im Sommer 2015 beendet sein. Die Zeitplanung ist so eng, dass der Bezirk vom Senat für die Abrechnung der Fördermittel drei Monate als Puffer zugestanden bekommen hat. Dieses Zeifenster ist fast schon auf gebraucht.


Harald Ritter / hari
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