Stadtrat will für Supermarkt keine zweite Zufahrt

Von der Köpenicker Straße führt die Wulkower Straße ins Wohngebiet. Von der Straße soll der Markt südlich des U-Bahnhofs erreichbar sein. (Foto: hari)

Biesdorf. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat die Zufahrt zum geplanten Netto-Markt über die Wulkower Straße genehmigt. Der Bezirk will diese Zufahrt verhindern.

Bauherr der Filiale des Lebensmittlers südlich des U-Bahnhofes Elsterwerdaer Platzes ist die Firma Bonus Immobilien Betreiber und Verwaltungs GmbH. Sie möchte eine Zufahrt über die Köpenicker Straße und eine zweite über die Wulkower Straße.Das Bezirksamt lehnt die Einfahrt zum Gelände von Netto von der Wulkower Straße ab, weil sie direkt hinter der Kurve liegen würde, bevor die Straße in die Köpenicker Straße einmündet. Erst im vergangenen Jahr hat das Bezirksamt mit farbigen Betonblöcken den Verlauf der Kurve gekennzeichnet und damit auch die Straße für Fußgänger sicherer gemacht. Direkt hinter der Einmündung der Wulkower verringert sich außerdem die Zahl der Fahrspuren auf der Köpenicker Straße von zwei auf eine in jede Richtung. Erst kürzlich wurde ein Motorradfahrer bei einem Zusammenstoß mit einem Pkw, der von der Köpenicker in die Wulkower Straße einbiegen wollte, schwer verletzt.

"Die Zufahrt von der Köpenicker Straße wird ohnehin nur von der Fahrspur möglich sein, die auf der Seite unseres Grundstücks in Richtung Süden führt", sagt Heiner Grotjahn, Geschäftsführer der Bonus Immobilien. Die Zufahrt über die Wulkower Straße sei nur für Bewohner des unmittelbar angrenzenden Siedlungsgebiets gedacht, damit diese den Einkauf mit dem Auto erledigen können. Der Hauptkundenstrom werde direkt vom U-Bahnhof und zu Fuß zum neuen Netto kommen, sagt Grotjahn.

Nachdem das Bezirksamt den Antrag der Bonus Immobilien abgelehnt hatte, legte die Firma Widerspruch ein. Dem hat die Verkehrsbehörde des Senats stattgegeben und die Zufahrt über die Wulkower Straße erlaubt.

Christian Gräff (CDU), Stadtrat für Stadtentwicklung, will die Zufahrt aber weiter verhindern und nutzt dazu das Baurecht. Es sieht vor, dass beim Bau einer Einfahrt auf ein Gewerbegelände eine Genehmigung für das Überfahren eines Fußgängerwegs vorliegt. "Einen gekennzeichneten Fußgängerweg gibt es zwar in der Wulkower Straße noch nicht, trotzdem bedarf der Bau einer Einfahrt einer solchen Genehmigung", sagt Gräff. Und diese Erlaubnis will er nicht erteilen.


Harald Ritter / hari
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