Stiftung verlangt einen Zugang zum Schlossturm

Heinrich Niemann wirbt beim Bezirksamt dafür, bei der Restaurierung des Schlosses Biesdorf gleich auch einen Zugang zum Schlossturm zu schaffen. (Foto: hari)

Biesdorf. Wenige Wochen vor Baubeginn taucht ein neues Problem beim Schloss Biesdorf auf: Der gewünschte Zugang zum Schlossturm kann vorerst nicht gebaut werden.

"Mit einem Zugang zum Turm würde das Schloss deutlich an Attraktivität gewinnen", sagt Heinrich Niemann. Der ehemalige Baustadtrat für die Linke und Vorsitzende der Stiftung Ost-West-Begegnungsstätte Schloss Biesdorf verlangt vom Bezirksamt, seine Haltung zum Einbau eines Turmzugangs im Zuge der geplanten Restaurierung des Schlosses zu überdenken. Das Bezirksamt lehnt den Zugang zum Schlossturm auf Grundlage einer Einschätzung des Bauamtes ab. Das Schloss soll in den kommenden Jahren seine ursprüngliche Gestalt, die 1945 abgebrannte erste Etage, wiederbekommen und zu einer Galerie für DDR-Kunst aus dem Beeskower Archiv ausgebaut werden. Hierfür stehen rund neun Millionen Euro aus den unterschiedlichsten Fördertöpfen zur Verfügung. Baubeginn soll im September sein.

Das Bauamt ist gegen den Turmzugang, weil es ihn aus der Fördersumme nicht für finanzierbar hält. Dies teilte es der Steuerungsrunde mit, die das Bezirksamt aus Vertretern unterschiedlicher Ämter und anderen Beteiligten gebildet hat.

Bei der Einschätzung geht es vor allem um die Vergabebedingungen für 3,5 Millionen Euro, die das Land Berlin aus dem Europäischen Kulturfonds für die Restaurierung des Schlosses zur Verfügung stellt. "Aus den Unterlagen kann ich nicht erkennen, dass ein Zugang zum Turm nicht förderfähig ist", widerspricht Niemann.

Der Turm des Schlosses wurde ohne Zugang gebaut. Er bietet aber einen beeindruckenden Panoramablick nicht nur über den Schlosspark, sondern über weite Teile des Bezirks. Besonders für Touristen wäre er eine Attraktion.

Das Bauamt hat die zu Verfügung stehenden Mittel bereits vollständig verplant, ohne den Zugang zum Turm zu berücksichtigen. Darin sieht die Stiftung Ost-Westbegegnungsstätte aber kein Problem. Die Planungen sehen vor, im Schloss im Zuge der Restaurierung doppelglasige Kastenfenster einzusetzen. Die Stiftung hat aber während der Sanierung der Schlossfassade von 2002 bis 2007 bereits moderne Fenster einsetzen lassen. Wenn der Verein auf die seiner Ansicht nach unnötigen neuen Fenster verzichtet, könnte der Turmzugang gebaut werden, schlägt die Stiftung vor.


Harald Ritter / hari
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