Bezirksverordnete fordern mehr Zufluchtswohungen für Frauen

Marzahn-Hellersdorf. Im Bezirk gibt es acht Plätze in sogenannten Zufluchtswohnungen. Sie bieten geschlagenen Frauen ein Zuhause auf Zeit. Der Bezirksverordnetenversammlung reicht die Zahl der Plätze nicht.

Die Bezirksverordneten haben daher auf ihrer jüngsten Sitzung per Beschluss das Bezirksamt aufgefordert, sich beim Senat für mehr Plätze einzusetzen. Derzeit gibt es im Bezirk nur zwei Wohnungen: der Verein „Matilde“ stellt zwei, der Verein „Offensiv 91“ sechs Plätze.

Wenn eine Frau Opfer häuslicher Gewalt wird, kann sie – mit ihren Kindern – in einem der sechs Berliner Frauenhäuser unterkommen. Allerdings für nur kurze Zeit. In einer Zufluchtswohnung können sie länger verbleiben. „Angestrebt ist ein halbes Jahr“, erklärt die Gleichstellungsbeauftragte des Bezirks, Maja Loeffler. „Hier haben die Frauen die Möglichkeit, sich zu sortieren und zur Ruhe zu kommen.“ Auch würden sie bei der Wohnungssuche unterstützt, was momentan jedoch auf dem angespannten Immobilienmarkt besonders schwierig ist.

Die Gleichstellungsbeauftragte stellt zudem fest, dass diese Frauen gleichzeitig und immer häufiger weitere Probleme haben: Schulden, keine Ausbildung, Sprachbarrieren, finanzielle Abhängigkeit und Probleme mit den Kindern. Neue Zufluchtswohnungen alleine reichen ihr nicht. Sie fordert die Einrichtung mindestens einer weiteren Beratungsstelle. „Viele Frauen wollen ja gar nicht von zu Hause weg. Sie brauchen aber Ansprechpartner.“ Der Senat sei in der Pflicht, dafür Geld zur Verfügung zu stellen.

Wie viele Frauen in Marzahn-Hellersdorf von Schlägen oder sexueller Gewalt betroffen sind, weiß niemand genau. Schätzungen gehen davon aus, dass jede vierte Frau in Deutschland ein- oder mehrmals im Leben zum Opfer wird. "Betroffen sind alle, alte und junge, Deutsche, Migrantinnen – quer durch alle soziale Schichten.“

Wer Hilfe braucht, kann sich rund um die Uhr an die Berliner Initiative gegen Gewalt unter  611 03 00 wenden oder an den Verein Matilde, Stollberger Straße 55,  56 40 02 29. Die Gleichstellungsbeauftragte ist unter  90 29 35 00 zu erreichen. sus
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