Die Kita "Casa dei Bambini" gewinnt den ersten Preis bei Degewo-Wettbewerb

Auch Musik machen Charlotte und Lilly (im Rollstuhl) gern gemeinsam. Ihre Erzieherin Antonia Bäthge schaut zu. (Foto: hari)

Biesdorf. Es war ein spontaner Einfall. Eine Erzieherin der Kita "Casa dei Bambini" schoss ein Foto und bewarb sich damit beim Degewo-Wettbewerb "Faires Berlin".

Die Aufnahme zeigt, wie ein Kind vor dem Rollstuhl eines anderen Kindes hockt und hilft, die Hausschuhe wieder richtig anzuziehen. "Ich fand die Situation so berührend, dass ich einfach das Foto machen musste", erzählt Erzieherin Antonia Bäthge. Als die Kita von dem Wettbewerb erfuhr, war die einhellige Meinung der Erzieher, dieses Foto einzureichen.

Ende Mai hat die Wohnungsbaugenossenschaft Degewo im Internet den Foto-Wettbewerb "Faires Berlin" gestartet. Damit wirbt die Degewo für Verständnis, Vertrauen und Toleranz. Besucher der Webseite können selbst gemachte Fotos einschicken und sollen diese auch über soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter mit anderen Menschen teilen. Pro Woche wird ein Foto ausgewählt, dessen Einsender 1000 Euro erhält.

Der erste Gewinner war Anfang Juni der Kindergarten im Grabensprung. Der Preis war quasi ein verfrühtes Geburtstagsgeschenk. Die Einrichtung wurde 2010 vom Kita-Eigenbetrieb Nord-Ost eröffnet und feiert am Freitag, 19. Juni, ab 15 Uhr den fünften Jahrestag des Bestehens mit Eltern und Anwohnern.

Die moderne Kita entstand auf einer ehemaligen Brache am Grabensprung. Das Haus war von Anfang an als sogenannte Integrationskita geplant, in dem auch Kinder mit Behinderungen Aufnahmen finden sollten. Der italienische Name des Kindergartens bedeutet auf Deutsch "Haus der Kinder".

Derzeit betreuen 16 Kita-Erzieher rund 100 Kinder, darunter zwölf sogenannte Integrationskinder. Drei Facherzieherinnen können in besonderer Weise auf die Bedürfnisse von Kindern mit Behinderungen eingehen.

"Wenn wir ein neues Integrationskind bekommen, wird mit allen Kollegen darüber gesprochen, welche Probleme und besonderen Bedürfnisse es hat", erzählt Kindergartenleiterin Susanne Koste. Zur Betreuung gehören auch regelmäßige Gespräche mit den Eltern der Kinder und Fortbildungen für alle Erzieher.

"Natürlich sprechen wir auch mit den anderen Kindern, wenn ein neues Integrationskind zu uns kommt, was es kann und was nicht und wie ihm geholfen werden kann", erklärt Koste. Ansonsten sei die Integration für die Kinder überhaupt kein Problem. "Kinder haben weniger Vorurteile als Erwachsene."

Über die Verwendung des Preisgeldes haben die Kita-Mitarbeiter schon entschieden. Es soll eine "Nestschaukel" gekauft werden, in der vier bis sechs Kinder gemeinsam schaukeln können.

Mehr Infos zum Wettbewerb gibt es im Internet unter www.fairesberlin.degewo.de.

Harald Ritter / hari
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