Narrenfreiheit für Parksünder am Buckower Ring?

Lutz Behrens fordert vom Ordnungsamt, dass es gegen illegales Parken in der Garzauer Straße und im Buckower Ring endlich vorgeht. (Foto: hari)

Biesdorf. Die Verkehrssituation vor vielen Kitas und Schulen ist morgens und nachmittags häufig genug chaotisch. Ein extremes Beispiel bietet sich in der Garzauer Straße.

Im Wohngebiet zwischen Cecilienstraße und Buckower Ring befindet sich eine Kita. Davor steht ein Parkverbotsschild. Eltern können also halten und ihre Kinder in der Einrichtung abgeben. Mehr aber nicht.

Nicht wenige Autos stehen jedoch in der falschen Richtung, parken am linken Fahrbahnrand in Fahrtrichtung statt am rechten. Oftmals stellen die Eltern ihre Fahrzeuge auch vor der Kita einfach auf den Gehweg ab – auch in anliegenden Straßen.

Eine solche Situation wurde Anwohner Lutz Behrens beinahe zum Verhängnis. Seine Frau ist behindert und sitzt im Rollstuhl. Als er sie Mitte Dezember von seinem geparkten Auto am Buckower Ring zur Haustür schieben wollte, versperrte ein anderes geparktes Auto den Fußweg. Er sprach die Fahrerin an und forderte sie auf, den Fußweg freizumachen. Nach kurzem Wortwechsel schob der den Rollstuhl mit seiner Frau weiter. Als er gerade den Hauseingang erreicht hatte, schoss jedoch die Autofahrerin mit ihrem Wagen knapp an ihm vorbei.

„Entweder wollte die Frau mich anfahren oder auf gefährliche Weise erschrecken“, sagt Behrens. Er schrieb sich die Nummer auf und erstattete Anzeige wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung. Die Staatsanwaltschaft Berlin stellte das Verfahren wegen der Geringfügigkeit des öffentlichen Interesses ein.

Behrens geht es nicht primär um den Vorfall und die Strafverfolgung. „Was das Parken betrifft, herrscht einfach allgemeines Chaos. Da muss eingeschritten werden, bevor wirklich mal etwas passiert“, erklärt er. Der Vorfall spreche auch Bände über die unter den Menschen zunehmende Rücksichtslosigkeit. Nicht nur an der Kita in der Garzauer Straße, sondern auch vor dem Seniorenheim im Buckower Ring häuften sich die Parkprobleme. Nicht selten seien die Parkplätze dort so vollgestellt, dass ein Rettungswagen schwer herankäme. Auch die Kurve zwischen dem Seniorenheim und der Einmündung der Garzauer Straße sei oft gnadenlos zugeparkt.

Der Anwohner hat Parksünden in den zurückliegenden Monaten selbst dokumentiert und fotografiert. Mehrfach wandte er sich an die Polizei und das Ordnungsamt. „Bisher habe ich keine einzige Antwort bekommen, geschweige denn, dass da jemand mal kontrolliert hat“, erläutert er.

Für den Parkverkehr ist das Ordnungsamt zuständig. „Die Probleme vor der Kita in der Garzauer Straße sind uns bekannt. Es gab gelegentlich auch mal Kontrollen“, sagt Christian Gräff (CDU), Stadtrat für Stadtentwicklung, auf Anfrage der Berliner Woche.

Das Halten und Parken von Fahrzeugen vor Kitas und Schulen sei generell ein Problem. Er werde die Beschwerden des Anwohners noch einmal an das Ordnungsamt weitergeben und Kontrollen veranlassen. hari
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