Wasserbetriebe wollen Bauarbeiten bis Ende 2015 beenden

Sven Hoffmann und Roberto Winkelmann bereiten in einer Baugrube den unterirdischen Vortrieb eines Abwasserrohres vor. (Foto: BW)

Blankenburg. Seit 2009 buddeln die Berliner Wasserbetriebe nun schon in Blankenburg. Doch nun ist Land in Sicht. "Bis Ende 2015 werden alle 6600 Haushalte des Ortsteils an die Berliner Abwasserversorgung angeschlossen sein. Die Entsorgung via Grube ist dann Geschichte", erklärt der Vorstandsvorsitzende der Berliner Wasserbetriebe, Jörg Simon.

Die Bauleute, die Blankenburg mittlerweile fast wie ihre Westentasche kennen, luden kürzlich zu einem Rundgang ein, um über den Baufortschritt zu informieren.

Blankenburg: Das ist ein städtisches Dorf mit einem riesigen Siedlungsgebiet. Die meisten Einwohner leben in Ein- und Zwei-Familienhäusern. Solche Siedlungsgebiete sind nach der Eingemeindung nach Berlin 1920 allerdings nicht an das öffentliche Abwassernetz angeschlossen worden. Auf den Grundstücken befinden sich Sammelgruben. Diese werden regelmäßig entleert. Nicht nur, dass diese Entsorgung der Abwasser um ein Vielfaches teurer ist als die städtische Abwasserentsorgung über ein entsprechendes Leitungssystem, auch unter dem Umweltschutzaspekt ist die Abholung des Abwassers mit dem Lkw nicht mehr zeitgemäß für eine Großstadt wie Berlin.

Viele Jahre lang machte sich deshalb eine Interessengemeinschaft dafür stark, dass auch Blankenburg endlich an das Berliner Abwassernetz angeschlossen wird. Ende 2007 gab es endlich den Durchbruch. Ein Zeitplan für den Anschluss mehrer Berliner Siedlungsgebiete wurde aufgestellt.

2009 begannen dann endlich die Bauarbeiten. "In den vergangenen fünf Jahren sind circa 48 Kilometer neue Kanäle, die dazugehörigen rund 3550 Hausanschlussleitungen sowie mehrere Pumpwerke gebaut worden", sagt Sephan Natz, der Pressesprecher der Wasserbetriebe. "Weitere sieben Kilometer Kanäle entstehen bis zum kommenden Jahr."

Derzeit wird in Blankenburg der Bereich Treseburger Straße mit Nebenstraßen an die Abwasserversorgung angeschlossen. Um die Belastung für die Anlieger möglichst gering zu halten, werden in gewissen Abständen sogenannte Zielbaugruben aufgebuddelt. Von diesen aus werden die Abwasserrohre im unterirdischen Vortriebsverfahren verlegt. "Mit diesem Verfahren gewährleisten wir, dass die Anlieger auch immer Zugang zu ihren Grundstücken haben", erklärt Oberbauleiter Michael Radunz. "Außerdem brauchen wir keine Straßen sperren, sodass auch der Fahrzeugverkehr kaum beeinträchtigt wird."

Verkehrsbeeinträchtigungen gab und gibt es in Blankenburg allerdings rund um die Kirche. "Der Boden ist in diesem Bereich nicht fest genug. Deshalb müssen wir hier immer wieder offene Baugruben anlegen. Aber bis Ende des Jahres wollen wir an der Kirche fertig sein", sagt Michael Radunz.

Wenn die Arbeiten in Blankenburg 2015 beendet sind, dann werden 99,8 Prozent aller Berliner Haushalte an die zentrale Kanalisation angeschlossen sein. Bereits abgeschlossen haben die Wasserbetriebe übrigens den Siedlungsanschluss in Heinersdorf, in Buchholz Nord II sowie in der Stadtrandsiedlung Blankenfelde. Wenn Blankenburg auch komplett angeschlossen ist, haben die Wasserbetriebe insgesamt 86 Millionen Euro seit 2009 in den Anschluss der letzten Berliner Gebiete investiert. Im Gegenzug entfallen jedes Jahr 215 000 Entsorgungsfahrten mit Lkw.


Bernd Wähner / BW
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