Solarmodul für Pausenhof-Disco: Schüler konzipierten eine kabellose Musikanlage

Diese Energiemanager aus der Grundschule unter den Bäumen um Martin Biermann bauten an der Pausenhof-Disco mit. (Foto: Bernd Wähner)

Blankenburg. Mit Beginn des neuen Schuljahres wird über den Hof der Grundschule unter den Bäumen in den Pausen immer mal wieder Musik schallen.

Die kommt von der ersten Pausenhof-Disco im Bezirk. Konzipiert wurde die Anlage von den Energiemanagern der Schule. Diese machen beim Projekt „Köpfchen statt Kohle“ mit. „Seit 2013 gibt es dieses Projekt an unserer Schule“, berichtet Martin Biermann. Er ist Mitarbeiter des FiPP-Schülerklubs Kunterbunt. In diesem ist auch das Projekt angesiedelt, das er betreut.

„Köpfchen statt Kohle“ läuft im Bezirk Pankow an insgesamt fünfzehn Schulen. Koordiniert wird es im Auftrage des Bezirksamts von der stratum GmbH. Ziel ist es, durch den Einsatz von Schülern als „Energiemanager“ sowie durch bauliche und technische Veränderungen den Energieverbrauch an Schulen zu senken.

Besonders aktiv machen die Blankenburger Schüler in diesem Projekt mit. Die jungen Energiemanager übernahmen zum Beispiel die Heizungssteuerung für ihr Schulhaus. Weiterhin bemerkten sie, dass Vögel Löcher in die Wärmedämmung der Schulhausfassade pickten.

Mit einer Wärmebildkamera dokumentierten sie, wie viel Wärmeenergie durch diese Löcher entweicht. Sie übergaben diese Dokumentation an das Bezirksamt. Das wiederum veranlasste eine Reparatur. Doch dabei beließen die Schüler es nicht. Sie regten an, Nistkästen an der Fassade anzubringen. Damit wurde erreicht, dass die Vögel nicht mehr die Dämmung aufpicken.

Solarstrom kreativ nutzen

„Als wir vor einiger Zeit über ein nächstes Projekt nachdachten, kamen wir auf das Thema Solarenergie“, sagt Biermann. Recht schnell wurde dann die Idee geboren, eine Anlage für eine Pausenhof-Disco zu konzipieren, die ausschließlich mit Solarstrom gespeist wird.

Die Schüler entwarfen die Anlage, holten sich dann als Unterstützer aber die Blankenburger Firma DPI-Solar Energiespar GmbH mit ins Boot. Geschäftsführer Roland Siemon beriet die Schüler und baute an der Anlage die Teile mit, die die Schüler nicht allein anfertigen konnten.

So entstand ein Solarmodul mit 36 Zellen. Es produziert Energie, wenn die Sonne scheint. Diese wird in einem dahinter geschalteten Lithium-Ionen-Akku gespeichert, über den dann die Disco-Anlage betrieben werden kann.

„Ich fand die Arbeit an der Anlage sehr interessant“, sagt der junge Energiemanager Fritz Kapinsky. „Wir haben erfahren, wie so ein Solarmodul funktioniert und konnten praktisch beim Bau eines Modells und der Anlage mitarbeiten. Nun freue ich mich, dass alles auch wirklich funktioniert.“

Zur Einweihung der neuen Pausenhof-Disco kamen auch Schulstadtrat Torsten Kühne (CDU) und Harry Funk, der im Senat Klimaprojekte an Schulen koordiniert. Funk lobt das Projekt: „Damit wird Solarenergie für Schüler greifbar und das Thema wird auch emotional erfahrbar. BW
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