Mit Vollgas in die Selbstständigkeit: Klaus Brandt gründete vor 25 Jahren seine Fahrschule

Bei Klaus Brandt haben viele Blankenburger ihre Fahrschule absolviert. (Foto: Bernd Wähner)

Blankenburg. Er war nach der deutschen Vereinigung der erste, der im Ortsteil eine Fahrschule eröffnete. Dieser Tage kann Klaus Brandt mit ihr 25-jähriges Jubiläum feiern.

„Ich wollte eigentlich schon zu DDR-Zeiten immer die Selbstständigkeit erreichen, aber das war ja damals kaum möglich“, erinnert sich Klaus Brandt. Der Blankenburger ist gelernter Kfz-Schlosser und Baumaschinist. Als er sich im Umbruchsjahr 1990 mit der Idee der Selbstständigkeit herumtrug, hatte Brandt auch kurz überlegt, eine Kfz-Werkstatt zu eröffnen. „Aber da hätte ich viel investieren müssen. Das war zu aufwendig. Schneller konnte ich mich mit einer Fahrschule selbstständig machen.“

Garage wird Büro

Kurzerhand absolvierte er einen Ausbildungslehrgang zum Fahrlehrer. Zum Fahrschulbüro baute er die Garage unter seinem Haus an der Thaler Straße um. „Hier hatte ich bis zur Wende immer mal privat Autos repariert“, sagt er lächelnd. Große Werbung brauchte er nicht. „Ich war damals der erste und einzige Fahrlehrer im Blankenburger Siedlungsgebiet“, sagt er. „Und damals gab es in puncto Führerschein großen Nachholbedarf. Die ersten Jahre kamen viele ältere Fahrschüler. Die mussten nun nicht mehr jahrelang auf ein Auto warten und wollten deshalb schnell ihre Fahrerlaubnis machen.“ Goldgräberstimmung in der Branche.

Der Fahrschulwagen war zuerst ein Golf, irgendwann wechselte Brandt auf Mitsubishi. Heute hat er einen Pkw und einen Pick-up für die Ausbildung. Außerdem stehen Motorräder und ein Mofa für die Fahrschüler bereit.

Vieles hat sich verändert

Im Laufe der Jahre hat sich aber nicht nur der Fahrzeugbestand in der Fahrschule verändert, auch die Fahrschüler sind anders. „Heute kommen überwiegend die Jüngeren. Oft sind das die Kinder oder gar schon Enkel von denen, die gleich Anfang der 90er-Jahre bei mir in der Fahrschule waren“, so Klaus Brandt. "Die jungen Leute mögen ihn einfach“, meint Christa Müller. Sie ist seit 15 Jahren die Sekretärin und die gute Seele in der Fahrschule. Dem stimmt auch Dieter Siebler zu. Der Rentner ist ausgebildeter Fahrlehrer und unterstützt Klaus Brandt seit drei Jahren stundenweise.

Weniger erfreulich findet Klaus Brand allerdings, dass der Weg zum Führerschein heute recht zeitintensiv ist. „Es dauert erst einmal acht Wochen, ehe man einen Termin beim Bürgeramt bekommt, um sich für die Prüfung zur Fahrerlaubnis anzumelden. Dann dauert es weitere acht bis zwölf Wochen, ehe der Antrag bearbeitet wird. Da verliert mancher, der die Fahrschule besuchen will, die Lust“, resümiert der Fahrschullehrer. „Das war früher anders. Da ging das zügiger.“ BW
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