Gerechte geehrt: Straße 46 in Blankenburg wird nach Marie Grünberg benannt

Wann? 12.11.2016 14:00 Uhr

Wo? Ziegelstraße, Ziegelstraße, 13129 Berlin DE
Marie Grünberg versteckte jüdische Menschen vor den Nazis. (Foto: Runder Tisch Blankenburg)
Berlin: Ziegelstraße |

Blankenburg. Die Straße 46 erhält am 12. November den Namen Marie-Grünberg-Straße. Diese feierliche Benennung findet um 14 Uhr an der Ecke Ziegelstraße statt.

Nach Grußworten von Vertretern des Bezirksamtes erfahren die Teilnehmer dann mehr über die Namensgeberin bei einem Gespräch mit dem Zeitzeugen Zvi Aviram und Dr. Beate Kosmala von der Gedenkstätte Deutscher Widerstand. Außerdem werden Blankenburger von ihren persönlichen Erinnerungen an Marie Grünberg berichten. Moderiert wird die kleine Festveranstaltung von Hagen Kühne, dem Pfarrer der evangelischen Gemeinde Blankenburg. Für den musikalischen Rahmen sorgen der Hebräische Chor Berlin sowie weitere Musiker.

Auf die Idee, eine Straße nach Marie Grünberg (1903-1986) zu benennen, kam der Runde Tisch Blankenburg. Marie Grünberg und ihr Mann hatten in der NS-Zeit Menschen jüdischen Glaubens in ihrer Gartenlaube versteckt. Wegen ihres Mutes wurde die Blankenburgerin in der Gedenkstätte Yad Vashem 1984 als „Gerechte unter den Völkern“ geehrt.

Das Grundstück, auf dem Marie Grünberg lebte, befindet sich in der Ziegelstraße 30, nur ein paar Meter von der Straße 46 entfernt. Deshalb schlug der Runde Tisch die Benennung der Straße 46 vor. Allerdings war die Idee nicht mit den Anwohnern dieser Straße abgestimmt worden. So gab es auch einigen Widerspruch gegen die Straßenbenennung. Kritisiert wurde von Anwohnern vor allem die mangelnde Information. Außerdem sei die Straße in einem so miserablen Zustand, dass es eigentlich keine Ehrung sei, Namenspatin für solch eine Straße zu sein, argumentierten Anlieger. Der Bezirk versprach daraufhin, dass die Fahrbahn befestigt wird.

Nachdem die Unstimmigkeiten weitgehend ausgeräumt sind, kann die Straße 46 am 12. November im Beisein der Anwohner den Namen Marie Grünberg erhalten. Das freut vor allem auch Zvi Aviram. Nach der Deportation seiner Eltern tauchte er als 16-Jähriger in Berlin unter. Dann arbeitete er aktiv in einer Widerstandsgruppe mit. Zweimal wurde er verhaftet. Besondere Umstände sorgten dafür, dass er immer wieder freikam. Seit 1948 lebt er in Israel. In seiner Autobiographie „Mit dem Mut der Verzweiflung. Mein Widerstand im Berliner Untergrund 1943-1945“ würdigt er seine Nenntante Marie Grünberg als mutige und selbstlose Frau. BW
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