Blankenburger Gemeinde lässt die Fläche neu gestalten

Blankenburger Kirchhof: Pfarrer Hagen Kühne zeigt, wo bereits Erdreich abgetragen wurde. (Foto: BW)

Blankenburg. Bis in das Frühjahr 2013 hinein wird der Blankenburger Kirchhof umgestaltet. Die Kirche auf dem Anger des alten Blankenburger Dorfes gibt es bereits über 750 Jahre. Sie prägt das Bild des Ortsteils mit, nicht zuletzt, weil sie in dessen Zentrum liegt.

Auf dem Hof um die Kirche befinden sich zahlreiche Grabstellen. Dass der Kirchhof jetzt umgestaltet wird, ist einem unschönen Anlass zu verdanken.Nach einem starken Regen im Sommer dieses Jahres lief Regenwasser nicht nur in den Vorraum der Kirche, sondern sogar ins Kirchenschiff, berichtet Hagen Kühne. "Das Wasser stand bis vor dem Altar", so der Pfarrer der Blankenburger Gemeinde. Besonders erschreckend: Die Dielen, auf denen das Gestühl steht, waren völlig durchnässt. "Mit großem Aufwand musste alles maschinell getrocknet werden", erklärt Kühne. "Ob es uns gelungen ist, bleibende Schäden zu verhindern: Das wird sich erst im kommenden Jahr zeigen."

Der Wassereinbruch führte bei der Gemeinde zu großem Entsetzen. Es wurden Sofortmaßnahmen eingeleitet, um einem erneuten Eindringen von Regenwasser in der Kirche vorzubeugen. Unter anderem wurde der unterirdische Regenwassertank geöffnet. Sollte es erneut stark regnen, wird der Tank von der benachbarten Freiwilligen Feuerwehr leer gepumpt.

Bei der Ursachenforschung kam heraus: Der unterirdische Regentank war überfüllt, sodass die Wassermassen nicht mehr hineinpassten. Daher suchte sich das Wasser seinen Weg, um abzufließen. Wie sich zeigte, ist der Kirchhof im Laufe der Jahrhunderte so verändert worden, dass sich ausgerechnet am Portal vor der Kirche der tiefste Punkt befindet. Dort sammelte sich das Wasser und drang in die Kirche ein.

Deshalb entschied der Gemeindevorstand: Es müssen Veränderungen am Niveau auf dem Kirchhof vorgenommen werden. Mit Unterstützung der ortsansässigen Gartenbaufirma Dörge sind inzwischen an der Südseite der Kirche schon einige Zentimeter Erdreich abgetragen worden. Das hatte sich dort in den vergangenen Jahrhunderten angesammelt.

Weg aus dem Mittelalter

Bei diesen Arbeiten kam auch der mittelalterliche Weg zum Vorschein, der einst um die Kirche herum existierte. Das Erdreich wurde so weit abgetragen, dass sich Regenwasser künftig im südöstlichen Bereich des Kirchhofes sammeln, abfließen und nicht mehr die Kirche beschädigen kann.

Im Zusammenhang mit diesen Arbeiten entschied sich der Gemeindevorstand, auf dem gesamten Kirchhof grundlegend wieder Ordnung zu schaffen. Deshalb wurden alle vorhandenen Grabstellen überprüft. "Viele sind bereits abgelaufen. Wir schrieben die betreffenden Familien an, ob sie sie weiter nutzen wollen", berichtet Kühne. Weil etliche der Befragten davon Abstand nehmen, werden im Frühjahr 2013 die betreffenden Grabstellen beräumt und für eine Wiederbelegung hergerichtet, wie der Pfarrer sagte.

Des Weiteren plant die Gemeinde eine landschaftsgärtnerische Aufwertung des Kirchhofs. Im Frühjahr soll es etliche Neupflanzungen geben. Kühne: "Wir möchten, dass der Kirchhof wieder als Schmuckstück im Ortskern wahrgenommen wird."

Weitere Neuerung: Im hinteren Bereich des Kirchhofs wird eine Urnengemeinschaftsanlage angelegt. Dabei handelt es sich um eine ebenerdige Begräbnisanlage mit Namenskennzeichnung. Sie soll noch im ersten Quartal 2013 fertig werden und dann in Betrieb gehen.


Bernd Wähner / BW
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