Schüler begaben sich in Blankenburg auf Spurensuche

Chronist Hansjürgen Bernschein und Zeitzeuge Jörg Mattuschka engagieren sich für ein angemessenes Gedenken für die Opfer von Krieg, Gewalt und Unrecht. (Foto: BW)

Blankenburg. Auf dem Blankenburger Friedhof könnte es in absehbarer Zeit einen Ort geben, an dem an die Opfer von Krieg, Gewalt und Unrecht im 20. Jahrhundert erinnert wird. Eine entsprechende Idee gibt es in der evangelischen Kirchengemeinde Blankenburger.

Im kommenden Jahr jährt sich zum 100. Mal der Beginn des Ersten Weltkriegs. Ein Denkmal für die Kriegsopfer, das es früher mal in Blankenburg gab, steht nicht mehr. Die Gedenktafel für Kriegsopfer, die sich in der Kirche befand, liegt auf dem Boden. "Deshalb denken wir darüber nach, wie man künftig in geeigneter Form an die Opfer erinnern könnte", sagt der Blankenburger Pfarrer, Hagen Kühne. Um sich dem Thema zu nähern, sei aber erst einmal eine Spurensuche nötig. Man müsse schauen, wo es noch Zeitzeugen gibt, die von Krieg und Gewalt im 20. Jahrhundert berichten können.

Der Blankenburger Pfarrer ging auf die Grundschule unter den Bäumen in Alt-Blankenburg 26 zu. Er konnte eine Religions-, eine Geschichts- sowie eine Kunstlehrerin für das Thema gewinnen. Gemeinsam wurde ein Projekt mit Schülern der Klassenstufe fünf organisiert. Drei Tage lang begaben sich 45 Schüler auf Spurensuche. Unterstützt wurden sie dabei vom Blankenburger Ortschronisten Hansjürgen Bernschein.

Zunächst setzten sich die Schüler mit Begriffen wie Krieg und Opfer auseinander. Danach gingen sie auf die Friedhöfe. Und sie sprachen mit vier Zeitzeugen aus Blankenburg, Jörg Mattuschka, Rudolf Meister, Joachim Boetticher und Hannelore Wenzel. An einem Kreativtag entwickelten sie dann erste Ideen, wie denn ein neues Denkzeichen für die Opfer von Krieg, Gewalt und Unrecht im 20. Jahrhundert in Blankenburg aussehen könnte.

Der künftige Gedenkort auf dem Friedhof an der Kirche ist zurzeit mit einem schlichten Holzkreuz markiert. Nach diesem ersten Projekt Thema wird in den nächsten Wochen in der Blankenburger Gemeinde weiter diskutiert. Dabei geht es dann unter anderem um die Gestaltung und den Text für ein solches Denkzeichen. "Wir werden uns mit der Diskussion aber Zeit lassen", so Pfarrer Kühne. Noch gebe es unterschiedliche Positionen zu diesem Thema. Dass sich die Gemeinde dieses Themas überhaupt annimmt, begründet Hagen Kühne so: "Wir sehen uns da als Gemeinde in einer Verantwortung."


Bernd Wähner / BW
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.